Fotos und Bericht zum 3. Kongress des Council of World Elders 2013
Bericht 3. Kongress des Council of World Elders
Teilnehmende Members + Global Advisors
Karin Tag
Joaquim Alberto Chissano
Dr. Masaru Emoto
Togbui Céphas Bansah
Mohan Rai
Don Pedro Guerra Gonzales
Sepp Holzer
Lama Tshewang Dorje
Swami Isa
Galsan Tschinag
Bob Randall
Ngema Lama
Reza Maschajechi
Schenkt den Kindern dieser Erde eine gesunde und friedliche Welt
–
Alternative Ideen und Lösungen für die Zukunft
Unter diesem Motto versammelten sich auch in 2013 wieder die Ältesten aus aller Welt auf dem Kongress des Council of World Elders, der Ende September nun schon zum dritten mal erfolgreich in Bad Homburg bei Frankfurt stattgefunden hat.
Die Zuschauer konnten dieses Jahr wieder einige sehr interessante Persönlichkeiten kennen lernen, als Highlight darunter auch Prominente wie den ehemaligen Staatspräsidenten von Mosambik, der mit seiner Rede, auch über seine Erfahrungen mit Meditation während seiner Amtszeit, das Publikum begeisterte.
1. Kongresstag
Mit dem feierlichen Einzug der Mitglieder des Council of World Elders sowie der Afrika-Delegation, Ex-Präsident Joaquim Alberto Chissano und dem Botschafter der Republik Mosambik aus Berlin sowie vier weiteren Regierungsbeamten aus Mosambik, startete der 1. Kongresstag des Council of World Elders im Kurhaus von Bad Homburg.
Karin Tag, die Gründerin des Council of World Elders, die nun schon den 3. Kongress mit viel Herzblut und Professionalität organisierte, eröffnete den Kongress mit einer ergreifenden Rede. Dabei legte sie in berührender Weise ihre Intensionen offen, die sie dazu bewegt haben, sich mit ganzem Herzen und all ihren finanziellen Mitteln für die Gesunderhaltung der Erde und den Weltfrieden einzusetzen.
Im Anschluss daran stellte sie den Council of World Elders vor, mit dem sie kontinuierlich ein weltweites Netzwerk für den Frieden und den Erhalt der Kulturen aufbaut.
Dabei stellten sich bereits einige der Mitglieder des Council of World Elders kurz selbst vor: Mohan Rai, Schamane aus dem Himalaya, Nepal, Don Pedro Guerra Gonzales, Heiler und Baumschamane aus dem Regenwald von Peru, Sepp Holzer, Bio-Landwirt und Agrarrebell aus Österreich, Lama Tshewang Dorje, buddhistischer Mönch aus Bhutan, Swami Isa, ein Yogi aus Indien und Galsan Tschinag, Stammesführer der Tuwa und mehrfacher Literaturpreisträger aus der Mongolei.
Im Anschluss daran stellte sie den Council of World Elders vor, mit dem sie kontinuierlich ein weltweites Netzwerk für den Frieden und den Erhalt der Kulturen aufbaut.
Dabei stellten sich bereits einige der Mitglieder des Council of World Elders kurz selbst vor: Mohan Rai, Schamane aus dem Himalaya, Nepal, Don Pedro Guerra Gonzales, Heiler und Baumschamane aus dem Regenwald von Peru, Sepp Holzer, Bio-Landwirt und Agrarrebell aus Österreich, Lama Tshewang Dorje, buddhistischer Mönch aus Bhutan, Swami Isa, ein Yogi aus Indien und Galsan Tschinag, Stammesführer der Tuwa und mehrfacher Literaturpreisträger aus der Mongolei.
Der Aborigine Bob Randall, ein Ureinwohner Australiens, der aufgrund der gesundheitlichen Situation in seinem hohen Alter die weite Reise zum Kongress leider kurzfristig nicht antreten konnte, wurde über eine Live-Schaltung per Telefon mit Karin Tag und dem Publikum verbunden. Auch schickte er noch einen Tag vor Kongressbeginn eine direkt an die Mitglieder und Kongressgäste gerichtete, sehr berührende Videobotschaft. Neben seinem beherzten Wesen und seinen berührenden Worten über die Philosophie der Aborigine, die auf Frieden, Harmonie, Verantwortungsbewusstsein und bedingungslose Liebe beruht, beeindruckte auch die Filmszenerie direkt vor dem Ayers Rock, dem heiligen Berg der Aborigines, seinem angestammten Land und Wohnort.
Als Botschafter für den Weltfrieden trat Joaquim Alberto Chissano auf und appellierte in beeindruckender Weise an den Frieden in uns selbst, untereinander und im Umgang mit den Kindern dieser Erde. Der ehemalige Staatspräsident von Mosambik, der von 1986 bis 2005 sein Land regierte und es erfolgreich aus dem Bürgerkrieg herausführte, berichtete über seine Regierungszeit, seine Erfahrungen mit Meditation, seine Friedensprojekte mit Kindern, die Wildlife Initiativen seiner Foundation, sowie seine Funktion als Mitglied in der Peace-Parks-Foundation. (Anm.: Die Peace-Parks sind riesige, grenzüberschreitende Schutzzonen, die nicht nur die Natur und Kultur bewahren, sondern auch eine friedliche Kooperation zwischen benachbarten Stämmen und Staaten sichern.) Joaquim Chissano wurde als erster afrikanischer Ex-Staatschef mit dem Preis der Mo Ibrahim Foundation für gute Regierungsführung ausgezeichnet. Er habe zur Beendigung des Bürgerkrieges beigetragen, die Demokratisierung und die wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben und die Armut reduziert. Der Preis ist höher dotiert als der Friedensnobelpreis und nach Angaben der Stiftung handelt es sich um die lukrativste Auszeichnung der Welt. Derzeit setzt sich Joaquim Chissano in seiner Position als Mediator im Auftrag der Staatengemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) sehr erfolgreich für die Umsetzung demokratischer Wahlen und gegen die Korruption und große Armut in Madagaskar ein. (Anm.: Die vollständige Rede von Joaquim Alberto Chissano können Sie auf der Webseite des Council of World Elders unter www.council-of-world-elders.de einsehen.)
Als besondere Auszeichnung für seine Erfolge für Frieden, Demokratisierung und soziale Gerechtigkeit in Afrika verlieh Karin Tag im Namen des Council of World Elders Präsident Joaquim Alberto Chissano feierlich die Friedensfeder. Der Peace-Feather Award ist dotiert mit einer Spende für weitere Friedensprojekte, einer Urkunde als Auszeichnung sowie einer wertvollen Friedensfeder, einer aus Bergkristall geschliffenen Feder, verziert mit einer gravierten Schleife aus Gold. Die Friedensfeder überreichte die Miss Germany (West) im Auftrag des Council of World Elders.
Zur traditionellen Musik seines Volkes, der Ewe, betrat Seine Majestät König Togbui Céphas Bansah, König von Hohoe Gbi Traditional Ghana, den Kongress-Saal. In gewohnt heiterer und herzlicher Art und Weise kommunizierte er mit dem Publikum, stellte dabei sich selbst und seine Arbeit in Deutschland und Ghana vor. König Bansah regiert den Volksstamm der Ewe, die etwa 13% der Bevölkerung Ghanas ausmachen. Als König steht er an der Spitze von zwölf Häuptlingen, die die ca. 210.000 Einwohner von Hohoe Ghana regieren. Auf dem Kongress stellte er unter anderem sein aktuelles Projekt in Ghana vor, den Bau der Friedensbrücke „Bridge of Peace“. Die neue Brücke, die Karin Tag aus eigenen Mitteln finanziert, soll verhindern, dass die Kinder und Frauen weiterhin durch das gefährliche Wasser gehen, um den Fluss zu überqueren.
Als besondere Auszeichnung für ihr Engagement für Völkerverständigung und Weltfrieden verlieh König Bansah Karin Tag die Auszeichnung „Königliche Attaché des Königreichs von Hohoe Ghana“. Die Urkunde überreichte er Karin Tag feierlich auf dem 3. Kongress im Anschluss an seine Rede.
Nach einer kurzen Pause ging das Programm weiter mit der alljährlichen Verlosung einer Reise. Dabei findet unter allen Kongressgästen eine Ticketverlosung statt. Der glückliche Gewinner gewinnt eine Reise mit Karin Tag nach England in den Steinkreis von Stonehenge.
Als besonderes Highlight kam nun Eva Jacobs von den legendären Sängerinnen, den „Jacob Sisters“, mit ihren zwei Pudeln zu Karin Tag auf die Bühne, um den Gewinner aus der Lostrommel zu ziehen. Im Pendant versprühten die beiden Frauen viel Lebensfreude und es war eine gelungene Unterhaltung. Die glückliche Gewinnerin nahm ihren Gutschein entgegen und bedankte sich herzlich.
Gleich im Anschluss ging es weiter mit der Versteigerung eines Gemäldes. Dabei stiftete freundlicherweise Frau Anne Würzberger als Mäzen ein Gemälde des Bad Homburger Künstlers Nikola Tomin. Der Gewinn der Versteigerung wurde den Projekten des Council of World Elders gespendet. Wir danken Frau Würzberger für ihre Großzügigkeit und der damit verbundenen Unterstützung der weltweiten Friedensprojekte des Council of World Elders.
Der Vortrag von Sepp Holzer erntete großen Applaus. Das Publikum war begeistert von seiner Direktheit, Ehrlichkeit und seinem Mut. Beherzt und ohne Umschweife rief er die Zuschauer dazu auf, von der Natur zu lernen, im Einklang mit ihr zu leben und den Mut zu haben, auch unkonventionelle Wege bei der Renaturierung zu gehen. Sepp Holzer, Bio-Landwirt, der in seinem Heimatland Österreich aufgrund seiner revolutionären Ideen zwar teilweise auf Widerstand stößt und deshalb auch als Agrar-Rebell bezeichnet wird, erhält auf internationaler Ebene große Anerkennung. Aufgrund seines Verständnisses um die Zusammenhänge in der Natur und seiner damit gewonnenen Fähigkeit, gestörte Landschaften zu sanieren und regenerieren, ist er ein gefragter Experte auf internationaler Ebene. Mit dem Aufbau von Seenlandschaften in das natürliche Landschaftsumfeld integriert hat er in Spanien, Portugal, Ecuador und vielen anderen Ländern schon manche Wüste in ein Paradies verwandelt.
Sein Vortrag auf dem 3. Kongress war seine erste Rede im Rahmen des Council of World Elders. Sepp Holzer ist seit Sommer 2013 ein Mitglied im Council.
Es folgte der Vortrag von Galsan Tschinag, Literaturpreisträger, ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz, Autor von mehr als 30 Büchern, Schamane und Stammesführer der Tuwa, einer turksprachigen Volksgruppe in der Mongolei. Er sprach über sein Baumpflanzprojekt in der Mongolei, der Pflanzung von 1 Million Bäumen, um der Versteppung der Mongolei entgegenzuwirken. Die ersten 300.000 Bäume sind bereits gepflanzt. Auch von seiner selbstgebauten „Regenmachermaschine“ berichtete er in heiterer Weise, mit deren Hilfe er seit einigen Jahren als Schamane den Regen für sein Land ruft. Galsan Tschinag war insgesamt dreimal auf der Bühne während des 3. Kongresses im Kurhaus von Bad Homburg und berührte die Zuhörer sehr durch seine teils belustigenden, teils sehr ergreifenden Beiträge.
Zum Abschluss des 1. Kongresstages überraschte Karin Tag mit Lama Tshewang Dorje die Kongressgäste mit einem kleinen Konzert. Dabei sangen die beiden Sänger in ergänzender Weise buddhistische Mantren, die die Herzen berührten.
2. Kongresstag
Nach der Eröffnung des 2. Kongresstages durch Karin Tag kam S.H. Swami Isa auf die Bühne. Der Yogi aus Südindien, der nun schon das dritte Mal den Kongress des Council of World Elders besuchte, stellte unter anderem seine Wohltätigkeitsarbeiten vor, besonders seine zahlreichen Projekte zur Förderung der Kinder, deren Unterrichtung und sinnvollen Beschäftigung. Swami Isa gab auch eine Schulung in Bewusstsein und Energie. Dabei rundete er seine Weisheitslehren mit dem Rezitieren heiliger Mantren aus dem Sanskrit ab.
Lama Tshewang Dorje, der mit seiner Tochter Pema aus Bhutan zum Kongress anreiste, stellte den Bau einer Friedensstupa dem interessierten Publikum vor. Mit dem Bau des Friedenstempels folgt er einer buddhistischen Prophezeiung, die als energetische Auswirkung auf den Tempel großes Glück und weltweiten Frieden prophezeit. Das Projekt umfasst einen riesigen Gebäudekomplex von einer 41 Meter hohen buddhistischen Stupa, 8 weiteren 8 m hohen Stupas, sowie 108 weiteren kleineren Stupas. Das Gebäude besteht aus einem zweistöckigem Kloster mit Klassenzimmern und Schlafsälen für die Ausbildung von 200 Kindern und Studenten, die das Bewusstsein des Weltfriedens im Inneren sowie im Äußeren praktizieren. Mit dem Bau dieses Tempels möchte Lama Tshewang Dorje nicht nur seinen persönlichen Beitrag für den Frieden in Bhutan und auf der ganzen Erde leisten, sondern auch den Kindern in Bhutan ein Zuhause bieten in Geborgenheit und Sicherheit und ihnen einen Rahmen für die Entwicklung ihres geistigen und spirituellen Bewusstseins geben. Karin Tag, die das Projekt seit einiger Zeit unterstützt, wird demnächst mit Filmaufnahmen den Bau der Friedensstupa ins öffentliche Interesse rücken und Spenden generieren.
Don Pedro Guerra Gonzales ist ein Baumschamane aus dem Regenwald von Peru. Sein Leben widmet er dem Erhalt der Bäume und Pflanzen des Amazonas Urwaldes. Auf dem Kongress erzählte er den Gästen in spannender Weise von seinen Erlebnissen in der Zurückgezogenheit des Urwalds und den Begegnungen mit den Pflanzengeistern. Ein Baumschamane hat sein spirituelles Medizinwissen vom Geist der alten Urwaldriesen. Don Pedro erzählte den Kongressgästen von den Botschaften der Geister und den Begegnungen mit seinem Meister auf geistiger Ebene.
Baumschamanen gelten als Träger des Wissens der alten Welt, die den Geist der Medizinvölker Amazoniens in seiner kraftvollsten Form zum Ausdruck bringen. Auf seinem Camp im Urwald von Peru baut Don Pedro nun schon seit längerem einen Heilpflanzengarten auf zur Wiederaufforstung, womit er sich für eine nachhaltige Nutzung der Pflanzenwelt und der riesigen Regenwälder am Amazonas einsetzt. Er kämpft mit all seinen Möglichkeiten für den Erhalt des Regenwaldes, der durch den Verkauf von Land an Industriefirmen der immer weiter fortschreitenden Abholzung zum Opfer fällt.
Mohan Rai stellte die Bedeutung des Schamanentums für die Menschen und die Verbundenheit mit der Natur in den Mittelpunkt seiner Rede. Mohan Rai stammt aus einer langen Tradition von Schamanen der Himalaya Region. Sein Vater war Schamane am Hof des Königs von Bhutan. Mohan Rai leitet heute ein Institut für Schamanismus in Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal, wo er Studenten in den Traditionen des Schamanentums ausbildet. Für ihn ist die Verbundenheit mit den Ahnengeistern von zentraler Bedeutung.
Ein weiteres Mitglied des Council of World Elders ist Ngema Lama. Ngema Lama ist eine der berühmtesten Heilerinnen Nepals. Sie stammt aus dem Volk der Tamang mit tibetischen Wurzeln. Sie wurde bereits mit acht Jahren von den Urahnen der Schamanen als Heilerin berufen und in das Wissen eingeweiht. Nach ihrer Ausbildung in der Stammestradition begann sie bereits mit 11 Jahren zu praktizieren. Ngema Lama lebt heute als angesehene Schamanin und Heilerin in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu, wo sie täglich viele Menschen empfängt. Aufgrund ihres mehrmonatigen Aufenthalts in den USA konnte sie in diesem Jahr leider nicht zum Kongress nach Deutschland reisen, wurde aber für den kommenden Kongress angekündigt.
Dr. Masaru Emoto, der es sich trotz seiner gesundheitlichen Situation nicht nehmen ließ zum Kongress anzureisen, referierte über die Zusammenhänge von Gott und dem Wasser. Dabei präsentierte er dem Publikum sein Lebenswerk, die Entwicklung der Wasserkristallbilder und der damit gelungenen Sichtbarmachung der Struktur des Wassers. Durch die Aufnahmen der kristallinen Strukturen des Wassers ist Masaru Emoto die Beweisführung der Veränderung der Wasserqualität durch Gebete, Mantren oder die Kraft der Gedanken gelungen. Für diese Forschungen am Wasser verlieh Karin Tag Dr. Emoto bereits im Jahr 2010 im Namen des Council of World Elders die Friedensfeder für sein Lebenswerk, dem sogenannten Peace-Feather Award.
Der Vortrag von Dr. Emoto erntete lautstarke „Standing Ovations“. Dazu muss man sagen, dass Masaru Emoto trotz akuter Schwäche aus Japan zum Kongress anreiste. Die Elders beschlossen daraufhin, ihm durch Gebete und Heilgesänge auf der Bühne Kraft zu schenken, was Dr. Emoto dankbar annahm. Das Publikum trug seinen Teil dazu bei und unterstütze diesen Moment von Herzen.
Als letzter Vortrag folgte der Auftritt von Reza Maschajechi. Reza Maschajechi vertritt die Kultur des Iran. Er ist Märchen-, Geschichtenerzähler und Rezitator mit großer Liebe zur persischen Literatur und Poesie. Auf dem 3. Kongress des Council of World Elders trug er Weisheiten von Rumi poetisch vor. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Reza Maschajechi intensiv mit “Rumis mystischer Liebe”. Maulana Dschalaladdin Rumi ist der bedeutendste Dichter der persisch-islamischen Mystik. Die Dichter haben in Persien einen großen Stellenwert, etwa wie die großen Komponisten in Europa. Es handelt sich hier um mystische Texte, die nicht durch den Verstand erfasst werden sollten, sondern durch die Hingabe des Herzens. Mit seinem Vortrag berührte er die Herzen der Zuschauer in besonderer Weise.
Zum Abschluss des 3. Kongresses versammelten sich noch einmal alle Mitglieder des Council of World Elders auf der Bühne. Karin Tag verteilte die Spenden an die Mitglieder für die einzelnen Projekte in ihren Ländern. Um sich gemeinschaftlich für den Weltfrieden auszusprechen, trug jeder Älteste in seiner Kultur, Tradition und Religion ein Gebet oder Gesang für den Frieden vor. Alles in allem war es eine äußerst gelungene Veranstaltung mit einem besonderen Rahmenprogramm, abwechslungsreich und voller Vielfalt der Kulturen, Traditionen und Bräuche. Es war ein sehr bewegendes Wochenende, fühlte man sich doch verbunden mit den Members des Councils und dem Drang, die Welt ein wenig zu verbessern und den Frieden für die Kinder auf der Erde zu schaffen. „Schenkt den Kindern dieser Erde eine gesunde und friedliche Welt“ – diesen Wunsch trägt nun sicherlich jeder der Kongressteilnehmer in seinem Herzen. Danke für das bewegende Wochenende!
Dirk Finselberger im Oktober 2013
Unterstützen Sie den Council of World Elders!
Frieden beginnt im Herzen, Naturschutz im Wandel des Bewusstseins. Zur Umsetzung von Hilfsprojekten in der Materie ist der Fluss von Energie in Form von Geld sehr hilfreich und unterstützt den Friedensprozess weltweit. Sie können als Teil dieser Verwirklichung des Gedankens des Friedens und des Erhalts der Natur einen großen Beitrag im Rahmen des Council of World Elders leisten durch eine Spende im kleinen oder großen Rahmen. Dabei versichern wir Ihnen, dass jede Geldspende ausschließlich im Sinne des Weltfriedens und dem Erhalt der Natur eingesetzt wird.
Eröffnungsrede von Karin Tag auf dem 3. Kongress des Council of World Elders am 28. September 2013 im Kongress Center des Kurhaus Bad Homburg, Deutschland.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebes Auditorium, Herr Präsident, meine verehrten Herren Konsul und Botschafter,
ich möchte mich bedanken, dass Sie mit Ihrem Hiersein den Council of World Elders unterstützen und möchte mich zu dieser Gelegenheit über die Hintergründe und Ziele dieses Kongresses ausdrücken.
Ich habe Sie alle hierher eingeladen, um mit Ihnen gemeinsam darüber nachzudenken, wie es dem einzelnen Menschen möglich sein kann, für unseren Planeten Erde einzustehen und die einzelnen Volksstämme zu bewegen, sich einander zu nähern als seien sie eine einzige Familie. Wir alle spüren in diesen besonderen Jahren, dass sich die Lebensumstände auf der Erde drastisch verändern und die Folgen, wie Umweltzerstörungen, deutlich bemerkbar machen. Umweltverschmutzung und ökologische Eingriffe, die weltweit geschehen sind, haben spürbare Folgen hinterlassen, die nachfolgende Generationen massiv beschäftigen werden. Wir alle leben in einer Gesellschaft, die sich immer mehr von alten kulturellen Hintergründen entfernt und immer mehr in eine zerstörerische Haltung gegenüber den natürlichen Ressourcen unserer Erde verfällt.
Immer weniger finden die Kenntnisse und Kulturen der nativen Völker der Erde Beachtung, die Hüter alter Traditionen sterben langsam aus. Tausende Tierarten verschwinden von unserem Planeten, vielleicht für immer von uns ausgerottet.
Kinder wachsen in einem Umfeld auf, indem sie in der industriell orientierten Welt mehr von Computer verstehen lernen, als über die einzelnen Volkstämme und deren wichtige Weisheiten in Beziehung auf Natur, Umwelt, Medizin und ökologisches Denken.
In unserer Geschichte, in der Geschichte der Menschheit, gab es immer wieder das Vergehen, dass Völker vertrieben und gemordet wurden, um an Land, Edelmetall, Öl und andere Ressourcen zu gelangen. Wälder wurden gerodet, Meere zerstört und Wissen um natürliche Lösungen vieler Probleme wurde vernichtet. Mit dem Vertreiben der Völker zum Beispiel aus dem Regenwald gehen der Menschheit wichtige medizinische Erkenntnisse unwiederbringlich verloren, die vielleicht Millionen Menschen das Leben retten könnten.
Heilmethoden, die einen wichtigen Grundstein gelegt haben für unsere heutige moderne Medizin, werden dabei unwiederbringlich zerstört. Pflanzen werden vernichtet, die nachfolgenden Generationen eine gesunde und glückliche Zukunft geschenkt hätten.
Die Zerstörungsgewalt ist so herzlos und groß, dass sogar in jedem kleinsten Winkel dieser Erde Müll, Gift und lebensbedrohliche und genverändernde Strahlung achtlos verbreitet wird. Man kann das Gefühl bekommen, der Mensch sei dabei, sich selbst zu vernichten, weil sein Herz für die Erde, die Tiere, Pflanzen und die Menschen, die sich diesen Lebensraum teilen, verschlossen ist. In industriellen Ländern geht der Respekt vor dem Leben und dem Altern verloren und die Kinder werden dazu erzogen, sich nur dem materiellen Zugewinn hinzuwenden. Es hat mich oft wütend und verzweifelt gemacht, wenn ich selbst erlebt habe, wie verschlossen die Menschen gerade den alten Kulturen gegenüber sind. Die Museen der westlichen Länder sind voll von gesammelten Kunstwerken, die Zeugnisse besonderer Kulturen sind, welche dem Druck der Gesellschaft durch Krieg und Mord gewichen sind. In meiner Wirkungszeit in namhaften europäischen Museen habe ich selbst gesehen, wie prall gefüllt die Sammlungen sind mit den unterschiedlichsten Gegenständen und Zeugnissen einer vergessenen Welt. Diese kulturellen Objekte werden dort ihres materiellen Wertes wegen aufbewahrt. Oft habe ich mich beim Betrachten der Kunstwerke gefragt: Wer hat diese Gegenstände gemacht? Wozu haben sie gedient? Wo sind die Völker, die es geschafft haben, Bauwerke mit einfachsten Mitteln zu errichten, die in der heutigen Zeit moderne Maschinen nicht verwirklichen können?
Uns allen muss bewusst sein, dass in den alten Kulturen immenses Wissen eingeflochten ist, wie die Buchstaben in einem Text, den man nur entschlüsseln muss. Versucht man sich heute mit kulturellen Traditionen über das ethnologische Maß hinaus zu beschäftigen, öffnet sich das Herz für Perspektiven, die Ungeahntes möglich machen.
Die Weisheiten der Naturvölker gehen weit über das medizinische Maß hinaus. Sie enthalten traditionelle Lösungen für gesellschaftliche Probleme aller Art und bieten die Chance auf ein friedliches Leben mit der Natur im ökologischen Gleichgewicht. Früher waren es die Ältesten, die den Kindern die wichtigsten Botschaften und Inhalte vermittelt haben, die ihnen halfen, mit der Natur in Harmonie und Gleichklang ein ausgeglichenes Leben zu führen.
Die industrialisierte Gesellschaft hat dazu unbewusst beigetragen, dass durch das brutale Vernichten ethnologischer Volksgruppen ein kollektives Vergessen um Werte und Herzensbildung eingesetzt hat, welches katastrophale, spürbare Auswirkungen erwirkt hat.
Menschen, wie die Guarani Indianer in Brasilien, wurden ihres Lebensraumes beraubt und man hat sie aus ihren Traditionen entrissen. Sie ertränken ihren entwurzelten Kummer im Staub der Straße in Selbstmord und Alkohol. Weltweit werden native Völker vertrieben und ihres Landes beraubt. Die Wälder der Erde verschwinden und Kinder verlieren Kenntnisse über Pflanzen, Kräuter und natürlichen Obst- und Gemüseanbau. Ich habe Kinder kennen gelernt, die ernsthaft glauben, Hamburger wachsen in einem Kühlschrank!
All das hat mich tief bewegt und ich habe in meinem Herzen einen tiefen Schmerz empfunden. Ich habe selbst Kinder, die keine Großeltern mehr haben, die ihnen Geschichten erzählen können aus denen sie Lebensweisheit und Trost schöpfen können. Das habe ich als schweren Verlust empfunden.
Plötzlich ist in mir das Herz einer Mutter wach geworden und ich habe mich gefragt, was geschehen muss, um all das vorhersehbare Unglück für den Planeten Erde abzuwenden. Kann ich als einzelner Mensch dazu beitragen ein Stück der Vergangenheit meiner Vorfahren wieder gut zu machen, die mit dazu beigetragen haben, das Völker ihrer Ethnologie wegen gemordet wurden? Ich machte mich auf die Suche nach dem Wissen und den Inhalten, die in den einzelnen Kulturen wie ein wertvoller Schatz enthalten sind. Meine Neugier zwang mich dazu über 20 Jahre nach dem Sinn zu forschen, der in allen Dingen steckt. Ich bereiste die Welt und ich lernte Menschen kennen mit offenen Herzen und den Augen voller Liebe für den Planeten Erde. Ich spürte nicht nur kulturelle Berührung, sondern mein Herz ging auf für die einfühlsame Art den Planeten als eine Mutter zu empfinden, was in jeder Kultur eine fundamentale Erkenntnis ist. Ich lebte mit den Menschen und teilte mit ihnen die Einsicht, dass man nur mit einem geöffneten Herzen verstehen kann, was es bedeutet, diese Mutter Erde zu lieben. Ich begann, Mutter Erde als meine Mutter zu betrachten, und ich verstand die vielen einfachen, naturnahen Menschen als Freunde, als Familie, als Bruder und Schwester. Ob in Indien, in Nepal, Peru, Brasilien, Afrika, Australien – überall waren die Herzen offen für meinen Wunsch eine Familie zu haben, die nicht nach Abstammung oder Religion fragt. Ich wurde mit offenen Armen empfangen, egal, welches Volk ich besuchte, und nun darf ich viele Stämme der unterschiedlichsten Kulturen meine Freunde nennen. Das hat mich auf der einen Seite sehr glücklich gemacht, aber auf der anderen Seite war es mir nicht genug. Ich war mit Menschen befreundet, die verschiedenen Stämmen angehörten, die sich zum Teil bekämpften. Es waren aber beide Seiten meine Freunde. Da wollte ich nichts mehr als den Frieden unter den einzelnen Parteien und Völkern, denn alle waren mir ans Herz gewachsen. Ich fasste den Mut, sie an einen Tisch zu bringen, ins Gespräch miteinander zu bitten und erreichte damit Frieden.
Das war ein unglaublich beglückendes Gefühl. Den Menschen in die Augen zu schauen und zu wissen, dass sie sich nun als eine Familie betrachten, war eines der schönsten Glücksmomente in meinem Leben. Diese Erfahrung wollte ich teilen und ich erkannte, wie wichtig es ist, die Vertreter aller Kulturen der Erde, die Ältesten ihres Volkes, ins Gespräch zu bitten. Mir wurde bewusst, dass die Lösung vieler gesellschaftlicher und ökologischer Probleme nur gemeinsam erfolgen kann. In der Politik konnte ich diese Erkenntnis in meinem eigenen Land nicht finden.
Also machte ich mich auf in ein Abenteuer, an dem Sie heute Teil haben.
An diesem Wochenende teilen Sie mit mir die Idee, die Vertreter der einzelnen Völker zusammen zu bringen und sprechen zu lassen. Sie sprechen von Lösungen und Ideen, die religionsneutral und in der Absicht des Friedens dienen. Sie alle teilen mit mir meine Idee, dass es doch einem einzelnen Menschen gelingen kann, aufmerksam auf etwas zu machen, was kostbarer ist als Geld und Macht. Es geht um das Leben unserer Kinder und Kindeskinder. Es geht um unsere Mutter, den Planeten Erde und den Frieden unter den Völkern der Erde. In den letzten drei Jahren habe ich mit all meinen bescheidenen Möglichkeiten versucht etwas Gutes zu bewegen. All die Menschen, die heute hier her gekommen sind, haben meinen Wunsch verstanden und meine Gebete gehört.
Es ist nicht leicht, als Einzelner mit dieser Idee zu beginnen. Das kann ich Ihnen sagen. Wenn Sie hier in Deutschland beginnen, die Schamanen und Ältesten der verschiedenen Nationen einzuladen, damit man sie kennen lernen kann, blüht immer noch das garstige, giftige, misstrauisch rassistische Denken. Ein Stachel, der tief in die Wunde des Friedens sticht. Entweder man glaubte, ich betriebe eine Sekte, wurde als Esoteriker betitelt oder man warf mir materielle Interessen vor. Aber das alles war mir egal. Mein Herz war so weit offen für die Idee, auch als Einzelner etwas verändern zu können, dass ich über 20 Jahre lang dafür gekämpft habe, dass solche Vorurteile begraben werden können. Unglaublich freue ich mich darüber, dass mit dem Council of World Elders nun seit 3 Jahren sehr erfolgreiche Projekte umgesetzt werden konnten. Ich habe Brücken gebaut, die Kindern helfen in die zu Schule zu kommen, Bäume gepflanzt, Brunnen gebaut und ökologische Projekte vorangetragen. Und ich habe den Vertretern der Völker der Erde eine Stimme gegeben. Es ist mir wichtig, dass auch in Zukunft weitere Projekte dazu dienen, die alten Kulturen lebendig zu halten. Kunstgegenstände, wie wir sie heute hier im Foyer betrachten dürfen, sind die Zeitzeugnisse jenes Wissens, das wir den alten Völkern verdanken. Ich bin dankbar, dass wir diese Gegenstände heute hier zeigen dürfen und hoffe, dass wir erreichen können, dass diese wertvollen Kunstwerke in ihr Land zurückgeführt werden können.
Als Mutter meiner Kinder habe ich Sie heute hierher eingeladen, um mit Ihnen meine Liebe zu teilen. Es ist eine Liebe für unseren Planeten und den Frieden auf allen Ebenen. Dieser Planet braucht unsere Liebe, er braucht eine Wende im Miteinander unter den Menschen.
Tief bin ich berührt, dass Sie, mein verehrter Präsident und Sie, meine Herren Botschafter und Konsulen, hier sind und dass Sie dieser Herzenseinladung von mir gefolgt sind. Verehrter Herr Präsident, Sie haben das vollbracht, was mein Herz sich für alle Völker dieser Erde wünscht. Sie haben ein Land befriedet, indem Sie der Meditation und ihrer beruhigenden Kraft einen offiziellen Raum in Ihrem Land gegeben haben, friedliche Kräfte zu entwickeln. Sie haben gezeigt, dass man sehr wohl mit alternativen Mitteln die Welt verändern kann, wofür Sie meinen uneingeschränkten Respekt und mein ganzes Herz haben. Mit Ihrem Hiersein erweisen Sie den Ältesten aller Völker der Erde Respekt und Aufmerksamkeit, wofür ich Ihnen sehr danke. Es ist genau das eingetreten, was ich mir gewünscht habe. Mein besonderer Wunsch, dass die Ältesten der Erde eine Stimme erhalten, hat sich mit Ihrem Hiersein ein großes Stück weit erfüllt, jenseits von politischen oder materiellen Hintergedanken. Mein großes Kompliment für dieses große Zeichen und die damit verbundene Ehre für die Mitglieder dieses Rates. Auch den Herren Botschaftern und Konsulen mein Dank für diese Auszeichnung unserer Idee der Völkerverbundenheit. Ich hoffe, es werden noch andere, führende, politische Persönlichkeiten ihrem beispielhaften Handeln folgen und die Stimmen der Vertreter dieses Rates würdigen. Ebenso werden wir in der Zukunft weitere Älteste weiterer Volkstämme in den Rat aufnehmen, um Mutter Erde eine noch kraftvollere Stimme zu verleihen.
Mit dem Council of World Elders sollen weder religiöse noch materielle Ziele verwirklicht werden. Wir wollen gemeinsam erreichen, dass wir in Krisensituationen befriedend und balancierend wirken und dass humanitäre Hilfe so geleistet wird, dass der kulturelle Rahmen des jeweiligen Volkes nicht beschädigt, sondern erhalten wird.
Als Präsidentin des Council of World Elders, stellvertretend für die Mitglieder dieses Rates, möchte ich die Völker aller Nationen heute dringend zum Frieden aufrufen. Ich rufe jeden einzelnen in diesem Auditorium auf, sich anhand des Beispiels dieses Councils zu vergegenwärtigen, dass es sich lohnt, als Einzelner für den Frieden einzustehen. Meditation, Gebet und Glaube, egal, in welchem religiösen Rahmen ausgeführt, ist ein Mittel, um das Bewusstsein der Menschen zu verändern und Frieden zu entwickeln. Herr Präsident Chissano selbst wird Ihnen davon berichten. Sie werden Menschen kennen lernen, die ich in den vergangenen Jahren lieben gelernt habe. Es sind Häuptlinge, Stammesführer und Könige unter ihnen, die aber vor allem eins sind: sie sind in Liebe. In Liebe für den Planeten Erde und seine Schönheit. Sie kämpfen auf ihre bescheidene Art und Weise mit mir gemeinsam für eine besser Welt für unsere Kinder und Kindeskinder.
Sie werden erleben, dass man selbst aus einer Wüste wieder ein Paradies machen kann, wenn man die Natur versteht und die Liebe aufbringt, sie zu gestalten und zu heilen. Sie werden Möglichkeiten kennenlernen, die meinen großen Respekt haben, denn sie werden unseren Kindern in der Zukunft Nahrung. Wasser und eine gesunde Umwelt garantieren. Sie werden eine Reise in die verschiedensten Kulturen dieser Erde unternehmen, die Ihnen eröffnet, dass es etwas sehr wichtiges zu tun gibt. Eine Aufgabe, die unsere ganze Hingabe und Aufmerksamkeit erfordert. Wir müssen gemeinsam versuchen die Welt wachzurütteln und den irren Versuch wagen, die Erde um jeden Preis zu heilen, damit wir das wieder gut machen, was wir uns in der Vergangenheit zu Schulden kommen lassen haben. Stellvertretend für diesen Rat der Ältesten rufe ich alle Menschen dieser Erde auf, die Augen und vor allem das Herz vor Mutter Erde nicht zu verschließen.
Sehen Sie nicht weg, wenn die letzten Naturvölker ihre Heimat verlieren, oder die letzten Baumriesen der Erde dem unüberlegten Bau von Betonanlagen weichen müssen. Öffnen Sie Ihr Herz einen kleinen Augenblick und werden Sie bewusst, dass es Zeit ist, etwas zu unternehmen. Fast überall hat die Politik Beratung nötig. Möglicherweise können wir es schaffen, mit einer neutralen Institution beratend zur Seite zu stehen in einem Prozess, der die gesamte Weltbevölkerung betrifft. Vielleicht fragen Sie sich, wie ein einzelner etwas bewirken soll in diesem großen Mühlrad der Bürokratie. Vielleicht zweifeln Sie daran, dass ein Einzelner etwas verändern kann. Ich beweise es Ihnen gerade in diesem Augenblick. Mein Glaube, mein Herz und mein Wunsch nach einer Lösung haben diese Menschen hierher gebracht. Vielleicht habe ich nur einen winzigen Stein ins Rollen gebracht, der ohne mich in der Zukunft etwas Großes bewirken kann. So, wie der Flügelschlag eines Schmetterlings am anderen Ende der Welt einen Tornado auslösen kann. Dabei geht es nicht um mich, sondern es geht um meine große Liebe. Es geht um meine Mutter. Um Mama Erde und ihre lieben Kinder. Ich möchte, dass sich meine Mutter wohl fühlt und weiß, dass sie eine Chance hat gesund zu werden. Ich will, dass sie weiß, dass ich für sie kämpfe und alles mir Mögliche tun werde, um sie zu beschützen. Ich will, dass die Bäume wissen, dass ich ihr Freund bin und dass die Völker der Erde wissen, dass ich in Frieden komme und sie als meine Familie betrachte. Wir alle schlafen unter dem selben Himmel auf der gleichen Erde, egal welche Religion wir pflegen oder welche Hautfarbe wir haben. BITTE, ich bitte Sie von Herzen, lassen Sie uns doch die Vorurteile begraben und in diesem Moment gemeinsam erkennen, dass wir Lösungen brauchen, die uns allen mehr bedeuten, als Geld und Macht. Bisher war dieser Weg steinig und schwer, doch mit jedem Kongress steigt in mir die Hoffnung, dass die Menschen durch den Zusammenschluss der Mitglieder dieses Rates eine Hoffnung auf wirkliche, ehrliche Veränderung haben. Bitte, verstehen Sie, dass die Mitglieder dieses Rates keine religiösen oder materielle Absichten haben. Sie kommen mit ehrlichem, geöffneten Herzen, um einen Beitrag für die Menschheit und ihren Frieden zu leisten. Sie sind alle hierher gereist, um Ihnen zu beweisen, dass sie mit offenem Herzen bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Lösungen zu finden, bevor es zu spät ist.
Wenn die letzten Bäume gefällt sind, und die letzten Stämme ausgerottet sind, wird es niemanden mehr geben, der uns beraten kann. Wenn die Zeit verrinnt, ohne das wir uns bemüht haben, die letzten Vertreter der Naturvölker zu hören, wird ihr Wissen für immer verloren sein. Wenn der letzte Ozean vergiftet ist, wird es keine Zeit mehr geben, sich an den Frieden zu erinnern.
Im Namen diese Rates bitte ich Sie alle, diesen Moment nicht zu verpassen und dieser Idee eine Chance zum Wachsen zu geben. Wir brauchen Unterstützung, denn ich allein kann es nicht schaffen. Dieser Rat verdient es, unterstützt zu werden. Wenn Sie sich berufen fühlen, uns zu helfen, dann kann dieses Projekt die Welt nachhaltig verändern, daran glaube ich und dafür will ich, solange ich lebe, kämpfen. Dieser Kongress soll unsere Herzen öffnen für das, was die Ältesten uns erzählen können, damit wir verstehen lernen, wie wir unsere Zukunft bewahren können. Ich bitte Sie innständig, die Brisanz unserer Versammlung zu erkennen und werbe höflich um Ihre Unterstützung. Meine Freunde, die Mitglieder des Council of World Elders und deren Unterstützer, reichen Ihnen friedlich die Hand und sagen Ihnen, dass wir eine Familie sind.
Ich danke allen Helfern, die diesen Kongress organisiert und mitgestaltet haben. Den Freiwilligen, den Organisatoren und Ihnen, dem Publikum, dass Sie mir die Freude gemacht haben hier zu sein. Ich habe diesen Kongress finanziert, weil ich weiß, dass es Zeit ist für Veränderung. Lassen Sie es uns doch gemeinsam teilen und gestalten.
Ich möchte, dass, wenn ich einmal sterben werde, die Erde meinen Namen kennt. Dass sie meine Liebe gefühlt hat durch die Bäume, die ich gepflanzt habe. Dass sie durch das Lachen der Kinderherzen geschaut hat, die ich gerettet habe. Mein Wunsch ist, dass die Erde durch all meine Taten gefühlt haben wird, dass ich sie und ihren Schöpfer liebe. Wenn ich beim Schließen meiner Augen sagen kann, dass ich das Lachen meiner Enkel und Urenkel in Frieden weiß, dann bin auch ich in Frieden. Dann weiß ich, wofür ich dieses Leben gelebt habe.
Karin Tag, Gründerin des Council of World Elders
DRITTER KONGRESS DES WELTÄLTESTENRATS
VORTRAG
VON
SEINER EXZELLENZ JOAQUIM ALBERTO CHISSANO
EHEMALIGER PRÄSIDENT DER REPUBLIK MOSAMBIK
UND GLOBALER BERATER DES WELTÄLTESTENRATS
GEHALTEN
IM
KONGRESSZENTRUM KURHAUS BAD HOMBURG
DEUTSCHLAND
ZUM THEMA
GIBT DEN KINDERN DIESER ERDE EINE GESUNDE UND FRIEDLICHE WELT: ALTERNATIVE IDEEN UND LÖSUNGEN FÜR DIE ZUKUNFT
28. September 2013
Sehr geehrte Mitglieder des Rates der Weltältesten
Seine Königliche Hoheit König Togbui Ngoryifia Céphas Kosi Bansah, König von Hohoe Gbi, traditionelles Ghana
Verehrte Gäste
Meine Damen und Herren
Es ist mir eine Ehre, hier am 3. Kongress des Rates der Weltältesten zum Thema: „Schenkt den Kindern dieser Erde eine gesunde und friedliche Welt: alternative Ideen und Lösungen für die Zukunft“ teilzunehmen. Gleichzeitig möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um dem Rat der Weltältesten für seine unermüdliche Arbeit zur Bewahrung und Weitergabe authentischer indigener Weisheit zur Förderung des Weltfriedens zu danken. Ich bin zuversichtlich, dass diese Weisheit auch in den kommenden Jahren weitergegeben wird, um eine nachhaltige Zukunft für unsere Kinder zu sichern, wie Platon einst sagte: „Eltern sollen ihren Kindern nicht Reichtümer hinterlassen, sondern den Geist und das Wissen der Ehrfurcht.“
Verehrte Gäste,
meine Damen und Herren,
wir halten unsere Tagung in Deutschland ab, wo S.E. Angela Merkel gerade für eine dritte Amtszeit als Bundeskanzlerin wiedergewählt wurde. Ich nutze diese Gelegenheit, um ihr zu ihrer Wiederwahl zu gratulieren, die ihr ein klares Mandat verleiht, ihr Land weiterhin zu führen und eine wichtige Rolle dabei zu spielen, Europa dabei zu helfen, die aktuelle Wirtschaftskrise zu überwinden.
Meine Damen und Herren,
die Welt, in der wir heute leben, befindet sich in einem großen Wandel. Seit der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Jahr 1948 und anderer internationaler Menschenrechtsinstrumente ist das Verständnis und die Wertschätzung für die Notwendigkeit, die Menschlichkeit zu bewahren, gewachsen. Doch trotz der Bemühungen, durch internationale Diplomatie eine Kultur des Friedens, der Liebe und des Verständnisses zu schaffen, leidet die Welt nach wie vor unter Kriegen, Hunger, Krankheiten, Armut, Gewalt und Sklaverei.
Wir alle wissen, dass diese Probleme erhebliche und dauerhafte Auswirkungen auf das Leben unserer Kinder haben. Die Kinder von heute werden infolge des Klimawandels mit noch schwerwiegenderen Folgen konfrontiert sein als wir heute; die Kinder dieser Welt werden einem höheren Risiko ausgesetzt sein, in bewaffnete Konflikte verwickelt zu werden. Sie sind am ehesten von Hunger bedroht, von Vertreibung betroffen und haben unter anderem Schwierigkeiten beim Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung sowie mit anderen sozialen Missständen zu kämpfen. All dies erfordert einen neuen Ansatz zur Bewältigung globaler Probleme.
Mehr denn je steht heute das Thema „Sicherheit“ im Mittelpunkt der Debatte. Nationen und Einzelpersonen sprechen auf der Suche nach einer friedlichen Welt verstärkt über Sicherheit. Staaten widmen der präventiven Diplomatie mehr Aufmerksamkeit. Die Vereinten Nationen haben Friedensmissionen in verschiedenen Staaten entsandt, und unsere Bemühungen zur Unterstützung der Demokratie und zur Förderung der Menschenrechte – insbesondere der Kinderrechte – befassen sich auch mit den Rechten von Kindern in Notsituationen. Darüber hinaus setzen sich einzelne Bürger überall, Männer und Frauen in jeder Gesellschaft, dafür ein, Leid zu lindern und Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Kulturen zu schlagen, und es besteht ein enormes Potenzial für Veränderungen. Wenn wir zwischen den Schlagzeilen lesen, wird deutlich, dass die Menschen sich der Lage im Rest der Welt bewusster sind und sich mehr Sorgen darüber machen als je zuvor.
Religiöse und traditionelle Institutionen, die internationale Gemeinschaft und die Bürger gleichermaßen üben ständig Druck auf Regierungen aus, Maßnahmen in Bereichen wie Klimawandel, Hunger, Armut, Krankheit, Ausbeutung und Konflikte zu ergreifen. Globale Konzerne führen in beispiellosem Ausmaß gemeinnützige Freiwilligenprogramme, Meditations- und Persönlichkeitsentwicklungsprogramme ein. Und in den letzten Jahren haben sich mehr Menschen als jemals zuvor in der Geschichte zu Wort gemeldet, um ihren Wunsch nach Frieden zum Ausdruck zu bringen. Es gibt ein enormes Potenzial für Veränderungen, die sich positiv auf die Gesellschaften auswirken, in denen wir leben. Die Menschheit ist diesem enormen Potenzial für Veränderungen näher gekommen als je zuvor. Das Maß an Einheit, das wir heute erleben, ist weder unerwartet noch zufällig. Ich glaube, es ist bezeichnend für ein neues Paradigma der Einheit und Zusammenarbeit, das sich weltweit ausbreitet.
Neben Menschenrechten und diplomatischen Lösungen gibt es meiner Meinung nach jedoch auch alternative Ideen und Lösungsansätze zur Erreichung des Weltfriedens – und diese beginnen beim Einzelnen.
Sehr geehrte Teilnehmer,
meine Damen und Herren.
Die Schaffung von Weltfrieden für die Zukunft unserer Kinder kann viele Formen annehmen, doch sie beginnt sicherlich mit dem inneren Frieden des Einzelnen und seinem Streben nach Liebe und Einheit.
Als das Taj Mahal in Indien erbaut wurde, hörte man einen Arbeiter sagen: „Ich baue eine Mauer aus Zement und Steinen“, während ein anderer sagte: „Ich errichte ein Denkmal für die Größe des menschlichen Geistes.“ Man könnte das Bedürfnis nach Frieden und Stabilität betrachten und sagen, es sei nur ein kleiner Aspekt des menschlichen Lebens. Oder man könnte es als das größte Gut betrachten, das wir unseren Kindern hinterlassen können – eine Kultur der Zusammenarbeit, der Einheit und des Friedens. Es ist unerlässlich, dass wir unseren Kindern helfen, friedliche Alternativen wahrzunehmen. Wir müssen diese unruhigen Zeiten als Chance betrachten, eine neue Vision für die Zukunft zu schaffen.
Ich möchte die Frage stellen, die sich, wie ich gerne glauben möchte, viele von uns stellen.
Welche Grundsätze bestimmen unsere Fähigkeit, dieses Ziel – die Schaffung einer gesunden und friedlichen Welt für Kinder – zu erreichen?
Verehrte Gäste
„Ist es lediglich die Abwesenheit seines Gegenteils, der Gewalt? Ich möchte darlegen, dass wir eine Welt anstreben müssen, in der Nationen harmonisch nebeneinander leben können und in der allen gleiche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten offenstehen.“ Wenn wir uns jedoch ernsthaft eine solche Welt wünschen, müssen wir uns selbst hinterfragen und uns fragen, warum internationale Friedensverhandlungen manchmal keinen dauerhaften Frieden herbeiführen. Wenn wir tiefgreifend verstehen, was Frieden ist, entspringen unsere Handlungen einer inneren Überzeugung. Sobald die Hülle aus Negativität, Vorurteilen, Urteilen und Wettbewerbsdenken durchbrochen ist, liegt diese innere Überzeugung wie eine Perle im Innersten jedes Menschen. Äußerer Frieden ist das Ergebnis inneren Friedens. Wütende Menschen können keinen Frieden aushandeln. Menschen, die Hass empfinden, können keinen Frieden aushandeln. Gier, Unwissenheit und Intoleranz tragen alle dazu bei, uns den Weg zum Frieden zu versperren.
Wenn wir wirklich einen globalen Frieden erreichen wollen, der das Leben auf der Erde zu einer wertvollen und bereichernden Erfahrung macht – nicht nur für uns, sondern auch für unsere zukünftigen Generationen –, müssen wir uns intensiv mit den Tugenden auseinandersetzen, die die höchsten Qualitäten in uns zum Vorschein bringen. Ich spreche von Ehrlichkeit, Integrität, Urteilsfreiheit, Gleichheit, Mitgefühl, Empathie und Freundlichkeit, um nur einige zu nennen. „Eine Kultur des Friedens erfordert ein Bekenntnis zum Dialog sowie zu gegenseitigem Wissen und Verständnis zwischen Zivilisationen, Religionen, Kulturen und Völkern.“ Wenn wir eine Kultur des Friedens erreichen wollen, muss jeder von uns die Prinzipien der Vielfalt und des Dialogs pflegen und darauf aufbauen. Wir sollten alte Vorurteile bewusst angehen und historisches Misstrauen und Argwohn überwinden.
Verehrte Gäste,
meine Damen und Herren;
Der menschliche Geist hat bewiesen, dass er zu Großem fähig ist: Er hat uns ins All geführt, es uns ermöglicht, auf dem Mond zu stehen und auf unseren eigenen wunderschönen Planeten zurückzublicken. Und vielleicht wäre es uns leichter, höhere Gedanken wie Respekt, Dankbarkeit und Liebe zur Menschheit zu hegen, wenn wir in Neil Armstrongs Fußstapfen hätten treten und unseren Planeten wie ein Juwel in der Krone des Universums hätten sehen können. „Jeder Mensch trägt diese hochgradig positiven Eigenschaften in sich, und sie besitzen eine ganz eigene Kraft. Im Gegensatz dazu schwächen Wut oder Hass den Einzelnen und die Familie und untergraben das Leben, wo immer sie auftreten. Selbstbestimmte Menschen müssen niemanden manipulieren, und ihre Perspektiven werden weitreichend, visionär und wirkungsvoll.
Unsere Entscheidungen basieren auf unseren Urteilen, doch wenn wir ein negatives Urteil über eine Person oder eine Nation fällen, sperren wir sie in einen Käfig begrenzter Wahrnehmungen ein, wodurch wir den gesamten Entscheidungsprozess schwächen und uns selbst herabwürdigen. Entscheidungen, die auf solchen negativen Urteilen beruhen, können nicht die besten Ergebnisse für Kinder hervorbringen. Wenn wir stattdessen einander, alle Kulturen, alle Religionen und alle Nationen ehren und stärken, bringen wir Frieden sowohl für uns selbst als auch für andere. Wenn wir in friedlicher Harmonie leben, hinterlassen wir einen bleibenden Eindruck bei unseren Kindern.
Ich möchte darauf hinweisen, dass es unsere Entscheidungen sind, die unser Schicksal prägen. Eine gesunde Gesellschaft entsteht durch selbstbestimmte Individuen, die starke und eigenverantwortliche Entscheidungen darüber treffen, wie sie leben und sich ausdrücken wollen. Jeden Tag wachen wir auf und stehen vor der Herausforderung, für das einzustehen, woran wir glauben. Jeden Tag sind wir aufgefordert, ehrlich, aufrichtig und wahrhaftig zu sein und uns in unseren geschäftlichen Handlungen und bei unseren Entscheidungen nicht selbst zu verraten. Um unserer persönlichen Wahrheit standhaft treu zu bleiben, bedarf es Integrität, Ehre und Ausdauer.
Meiner Ansicht nach können wir niemals harmonisch handeln, ohne uns des größeren Ganzen bewusst zu sein, denn wie Gandhi sagte: Keine Kultur kann überleben, wenn sie versucht, exklusiv zu sein. Wenn wir bereit sind, unser Leben in den Dienst der größeren Gemeinschaft und nicht nur in den Dienst unserer selbst zu stellen, erweitert sich unser individueller Geist, um den größeren, globalen Geist zu umfassen, und verschafft uns so Zugang zur Kraft des Ganzen. Wenn wir uns verpflichten, den Interessen anderer zu dienen, überwinden wir diese Illusion und erlangen Zugang zu einer nahezu unbegrenzten Kraft für das Gute. Wir sind sehr stark voneinander abhängig. Wir sind so voneinander abhängig, so eng miteinander verbunden, dass wir ohne ein Gefühl universeller Verantwortung, ohne das Gefühl universeller Brüderlichkeit und Schwesternschaft und ohne das Verständnis und den Glauben, dass wir wirklich Teil einer großen menschlichen Familie sind, nicht hoffen können, die Gefahren für unsere Existenz zu überwinden – geschweige denn Frieden und Glück für unsere Kinder zu schaffen.
„Wir stellen fest, dass jeder, der diese Kraft genutzt hat, um positive Veränderungen zu bewirken, dies aus Mitgefühl und Liebe getan hat.“ Gandhi vertrat die Ansicht, dass Liebe das einzige Heilmittel gegen Hass sei, und Thomas Merton sagte: „Wenn du Liebe hast, wirst du alles gut machen.“ Anstatt nach politischer oder militärischer Macht zu streben, müssen wir lernen, nach der Kraft des Friedens und des Dienstes am Ganzen zu streben. Das ist keine schwache Sentimentalität. Martin Luther King, Mutter Teresa, Nelson Mandela und viele andere beschrieben diese Kraft als eine unbesiegbare und unwiderstehliche Kraft, die letztendlich jeden verwandelt, den sie berührt. Und wenn wir ihr Leben betrachten, stellen wir fest, dass jeder dieser Menschen erklärt hat, dass jeder von uns das erreichen kann, was sie erreicht haben, wenn wir denselben Glauben, dasselbe Vertrauen und dasselbe Engagement haben wie sie.
Verehrte Gäste,
meine Damen und Herren;
Wagen wir es, als Einzelne, die heute hier sitzen, unsere Herzen im Namen unserer Kinder zu öffnen und nach denselben Stärken zu greifen, nach denen auch sie gegriffen haben? „Auch sie fühlten sich oft unvollkommen oder ihren Aufgaben nicht gewachsen. Dennoch haben sie die Geschichte verändert, indem sie nicht zuließen, dass politische, religiöse, stammesbezogene, rassische und klassenbezogene Unterschiede ihr Denken und ihre Entscheidungsfindung trübten und beeinflussten. Auch wir können jeder auf seine Weise einen bleibenden Beitrag zur Welt leisten, indem wir ihrem guten Beispiel folgen.“
Verehrte Gäste,
meine Damen und Herren;
Wir müssen diesen Frieden wollen. Wir müssen diesen Frieden aufrichtig ersehnen. Die Kraft unserer Menschlichkeit liegt darin, voll und ganz zu verstehen, dass Frieden nicht delegiert werden kann. Frieden beginnt und endet bei Ihnen und mir, und die Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen, beeinflussen die Zukunft unserer Kinder.
Solange Kinder von Konflikten betroffen sind, solange die Zahl vermeidbarer Todesfälle bei Kindern noch immer unannehmbar hoch ist; solange Kinder unter chronischer Unterernährung leiden; solange ein erheblicher Anteil der Kinder vom Besuch der Sekundarschule ausgeschlossen ist oder die Schule nicht abschließen kann; solange Jugendliche schlecht gerüstet und unzureichend auf das Berufsleben vorbereitet bleiben; Kinder weiterhin zu Hause, in der Schule, in ihren Gemeinschaften und über Grenzen hinweg Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt sind – dürfen wir nicht untätig bleiben, und unsere gemeinsamen Anstrengungen müssen beschleunigt, verstärkt und ausgeweitet werden, um sowohl die bestehenden Herausforderungen als auch neu auftretende Probleme anzugehen, die ein friedliches und gesundes Leben unserer Kinder bedrohen.
Lassen Sie uns nun mit diesen Ausführungen weiter und tiefer darüber nachdenken, warum wir ein friedliches und gesundes Umfeld für unsere Kinder schaffen müssen. Kinder müssen im Mittelpunkt unseres Strebens nach Frieden auf dieser Erde stehen. Wir müssen Gewalt, Fanatismus und Hass persönlich mit derselben Entschlossenheit bekämpfen, mit der wir die Ursachen angehen, aus denen sie entspringen – Konflikte, Unwissenheit, Armut und Krankheit. Dies wird es uns ermöglichen, die Welt zu verwirklichen, die wir anstreben, in der jedes Kind gesund, in Frieden und Würde zum Erwachsenenalter heranwachsen kann – kurz gesagt: eine Welt zu schaffen, die für Kinder geeignet ist.
Frieden ist ein Geschenk Gottes; doch Männer und Frauen müssen dieses Geschenk erst annehmen, um eine friedliche Welt aufzubauen. Die Menschen können dies nur, wenn sie eine kindliche Einfachheit des Herzens besitzen. Dies ist einer der tiefgründigsten Aspekte der christlichen Botschaft: „Kindlich zu werden ist mehr als nur eine moralische Verpflichtung, sondern ein wesentlicher Aspekt bei der Schaffung von Frieden und Toleranz.“
Deshalb sollten wir eine Versammlung wie diese nicht verlassen, ohne einen Moment innezuhalten und uns zu verpflichten, jeden Tag mindestens eine neue Handlung zu vollziehen, die zum Frieden beiträgt – sei es in unserem Familienleben, an unserem Arbeitsplatz oder in der Welt um uns herum. Wir müssen über die Begriffe der Einheit, des Miteinanders und der Ganzheit nachdenken, die allen unseren Kulturen und Religionen gemeinsam sind. Wir müssen uns darauf konzentrieren, unseren Mitmenschen Gutes zu tun. Wir müssen uns um unsere Familien, unsere Umwelt und unsere Gemeinschaften kümmern.
Wenn wir hier in unserer Versammlung zusammenkommen, lasst uns alle den Entschluss fassen, den Frieden zu fördern, gewalttätige Konflikte zu verhindern und das öffentliche Bewusstsein dafür zu schärfen, dauerhafte Lösungen für nachhaltige Veränderungen zum Wohle unserer Kinder zu schaffen. Der heutige Tag soll die Menschen dazu anregen, nicht nur über Frieden nachzudenken, sondern auch etwas dafür zu tun – für das Leben unserer Kinder und Kindeskinder. Lasst uns unsere direkte Unterstützung für ein friedliches und gesundes Leben unserer zukünftigen Generationen versprechen. Lasst uns weiter und tiefer über die Notwendigkeit nachdenken, alternative Ideen und Lösungen für die Zukunft unserer Kinder zu entwickeln. Lasst uns alle einen Moment innehalten, um Frieden, Liebe und Einheit zu feiern. Wir sind es den Kindern schuldig, die wir in diese Welt bringen, eine gesunde und friedliche Erde zu schaffen, die auch sie an künftige Generationen weitergeben können.
Verehrte Gäste,
meine Damen und Herren,
bevor ich zum Schluss komme, möchte ich ein wenig über mein Land sprechen und Ihnen einige unserer Erfahrungen schildern. Mosambik musste lange Zeiträume der Gewalt erdulden, zunächst in seinem Kampf gegen den portugiesischen Kolonialismus und dann, weniger als neun Monate nach der Unabhängigkeit, in einem Destabilisierungs-Krieg, der uns von den damals in Rhodesien und Südafrika herrschenden Minderheiten- und Apartheid-Regimes aufgezwungen wurde, wobei Mosambikaner als Werkzeuge missbraucht wurden.
Das Abkommen, das dem Krieg ein Ende setzte, wurde am 4. Oktober 1992 in Rom zwischen der Regierung Mosambiks und der damaligen Rebellenbewegung RENAMO unterzeichnet. Der Krieg mit seiner Kette der Zerstörung und des tiefen Leids ist stets eine Katastrophe für das betroffene Land. Nur wer die Schrecken eines Krieges am eigenen Leib erlebt, kann den Wert des Friedens voll und ganz schätzen. Wenn wir über Frieden sprechen, sollten wir meiner Meinung nach vermeiden, zu vereinfachend zu denken oder zu versuchen, eine Art magische und unfehlbare Formel zu finden. Stattdessen müssen wir uns der Herausforderung stellen, alle Facetten dieses komplexen Themas zu erfassen und zu verstehen, einschließlich besonderer historischer Merkmale, Eigenheiten und anderer Charakteristika ganzer Völker, Gemeinschaften, Familien und Einzelpersonen.
Diese Merkmale und Eigenschaften verbinden sich und wirken oft auf subtile Weise zusammen, wodurch einzigartige Dynamiken entstehen, die bei der Auseinandersetzung mit Friedensfragen berücksichtigt werden müssen. Im Falle meines Landes war es seit den dunklen Zeiten des Kolonialismus und des Destabilisierungskriegs der am weitesten verbreitete und seit langem gehegte Wunsch der Mosambikaner, diese Übel zu bekämpfen und zu besiegen, mit dem Ziel, Frieden zu erlangen und den Weg der nationalen Entwicklung einzuschlagen.
Das Konzept der nationalen Entwicklung, das hier als etwas verstanden wird, das sich positiv auf jeden Bürger, jede Gemeinschaft und die gesamte Nation auswirkt, wurde stets als das zu erreichende Ziel angesehen. Tatsächlich strebten alle Mosambikaner danach, ein besseres Leben zu führen. Daher wurden der Kolonialismus und der sogenannte Bürgerkrieg als Hindernisse betrachtet, die es zu überwinden galt, um dieses individuelle und kollektive Ziel eines besseren Lebens zu erreichen.
In diesem Zusammenhang waren alle an den gemeinsamen Bemühungen um Frieden in Mosambik beteiligt – von politischen, religiösen und kommunalen Führungspersönlichkeiten auf verschiedenen Ebenen bis hin zu Wissenschaftlern und einfachen Bürgern, die sich alle vereint für den Frieden einsetzten.
Auch heute noch, da die Regierung Mosambiks und die RENAMO in einen schwierigen Dialog eingebunden sind, lautet die Botschaft aus verschiedenen Teilen unserer Gesellschaft, beide Parteien zu ermutigen, sich zu einem verantwortungsvollen und produktiven Dialog zu verpflichten und zu vermeiden, den hart erkämpften Frieden zu gefährden. Man kann sagen, dass der Frieden heute als kultureller Wert in unserer Gesellschaft immer tiefer verwurzelt ist.
In dem mühsamen Prozess der Friedenssuche jener Tage erhielten die Mosambikaner wertvolle Unterstützung aus verschiedenen Teilen der Welt, die von politischen Instanzen über Wissenschaftler, religiöse und zivilgesellschaftliche Gruppen bis hin zu Nichtregierungsorganisationen und der Wirtschaft reichte. Diese Unterstützung ermutigte sie, einen schwierigen und oft frustrierenden Weg zum Frieden im Land zu beschreiten. Einer der wichtigsten Beiträge, den ich hier erwähnen möchte, kam vom verstorbenen Maharishi Mahesh Yogi, der Ende 1992 ein Team entsandte, um die Praxis der Transzendentalen Meditation in Mosambik einzuführen.
Obwohl das Friedensabkommen zwischen der Regierung von Mosambik und der damaligen Rebellenbewegung RENAMO bereits am 4. Oktober 1994 unterzeichnet worden war, stellte seine erfolgreiche Umsetzung angesichts eines tiefen Vertrauensdefizits und anderer negativer Gefühle zwischen den Parteien in einem von so vielen Ungewissheiten geprägten Prozess eine gewaltige Herausforderung dar. Erschwerend kam hinzu, dass der Friedensprozess in Wahlen gipfeln würde, verbunden mit dem Risiko, die Wunden und Narben des gerade erst beendeten Krieges wieder aufzureißen.
Die Ausübung der Transzendentalen Meditation durch viele Gruppen, darunter die Polizei und die Streitkräfte, verringerte in dieser heiklen Phase das Stressniveau in der Gesellschaft und schuf so ein Umfeld, das der Durchführung friedlicher Wahlen und deren Nachwirkungen förderlich war.
Meine Damen und Herren,
Als ich aus dem Regierungsdienst ausschied, beschloss ich im Jahr 2003, die Joaquim-Chissano-Stiftung zu gründen, um durch philanthropisches Engagement weiterhin in der mosambikanischen Gesellschaft und darüber hinaus aktiv zu bleiben. Die Ziele der Stiftung lauten wie folgt: Im Bereich der Friedensförderung haben wir uns in Guinea-Bissau engagiert und die politischen Akteure dabei unterstützt, ein Umfeld zu schaffen, das friedlichen Wahlen im Jahr 2005 förderlich war – nach dem Staatsstreich, der 2003 die Regierung des verstorbenen Präsidenten Nino Vieira als Höhepunkt einer Rebellion gegen ihn gestürzt hatte. In der Demokratischen Republik Kongo war die Herausforderung im Hinblick auf die Parlamentswahlen 2006 ähnlich wie in Guinea-Bissau: Auch hier galt es, alle Parteien davon zu überzeugen und dazu zu bewegen, sich auf die grundlegenden Bedingungen für die Durchführung friedlicher Wahlen zu einigen.
die Förderung des Friedens in Mosambik, auf dem afrikanischen Kontinent und weltweit;
Die Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung als Mittel zur Stärkung des Friedens. Dieser tiefer verwurzelte Frieden wird wiederum in einem positiven Kreislauf zu mehr wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung führen;
Das dritte Ziel der Joaquim-Chissano-Stiftung ist die Förderung der mosambikanischen Kultur, die als wesentlicher sozialer Kitt alle Mosambikaner der verschiedenen ethnischen, sprachlichen, religiösen und rassischen Gruppen vereint, aus denen sich unsere Gesellschaft zusammensetzt.
Im Norden Ugandas bestand das Ziel unseres Engagements darin, die Lord’s Resistance Army davon zu überzeugen, die Kämpfe einzustellen und ein Abkommen mit der ugandischen Regierung zu unterzeichnen. Dieses Ziel wurde fast erreicht, stand jedoch im Widerspruch zu der Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs, die Führung der Rebellenbewegung anzuklagen, obwohl diese bereit war, ein Friedensabkommen zu unterzeichnen und sich dem Urteil der nationalen Gerichte Ugandas zu unterwerfen. Aus diesem Grund dauert der Konflikt, der bereits 2007 hätte beendet werden können, bis heute an, was, gelinde gesagt, sehr bedauerlich ist. Dennoch gelang es uns, das Einsatzgebiet der Rebellen in Regionen fernab der ugandischen Grenzen zurückzudrängen, was es der Regierung ermöglichte, im Norden des Landes einen Prozess des Wiederaufbaus und der Entwicklung einzuleiten. In den Nachbarländern wie der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan kommt es jedoch weiterhin zu Tötungen.
Im Jahr 2009 wurde ich von der SADC gebeten, das Vermittlungsteam für Madagaskar zu leiten, nachdem die Regierung von Präsident Marc Ravalomanana gestürzt worden war. Nach einem langen Verhandlungsprozess wurde 2011 der Fahrplan unterzeichnet, der den Weg für einen gemeinsamen Übergang ebnete und in der Abhaltung von Präsidentschafts-, Parlaments- und Kommunalwahlen gipfelte. Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen finden in diesem Jahr am 25. Oktober bzw. am 20. Dezember statt, während die Kommunalwahlen für das erste Halbjahr 2014 angesetzt sind.
Im Rahmen einer weiteren Friedensinitiative wurde ich 2012 eingeladen, ein Team aus drei ehemaligen Staats- und Regierungschefs aus der SADC-Region zu leiten, die Mitglieder des von mir geleiteten Afrika-Forums für ehemalige afrikanische Staats- und Regierungschefs sind, um im Grenzstreit zwischen Malawi und Tansania am Nyasa-/Malawi-See zu vermitteln.
Dieser Streit verdeutlicht, dass der Kolonialismus zwar schon vor einiger Zeit zu Ende gegangen ist, sein Erbe jedoch nach wie vor vorhanden ist und die Völker Afrikas verfolgt. Tatsächlich wurde das Abkommen, das diesen Streit ausgelöst hat, bereits 1890 zwischen Großbritannien und Deutschland unterzeichnet (der sogenannte Helgoland-Vertrag). Der Vermittlungsprozess hat begonnen, wobei das Vermittlungsteam von einer Gruppe aus sieben Rechts- und anderen Experten unterstützt wird, die in technischen Fragen beratend tätig sind.
Meine Damen und Herren,
die Joaquim-Chissano-Stiftung verfolgt in Friedensfragen eine langfristige Perspektive und betrachtet Bildung als einen Schlüsselfaktor für die Heranbildung von Bürgern, die von den Werten des Friedens, der sozialen Gerechtigkeit und der Harmonie geprägt sind. In diesem Rahmen hat die Stiftung gemeinsam mit einer lokalen Universität das Institut für Friedens- und Konfliktforschung gegründet, dessen Ziel sich von selbst versteht.
Eine weitere Initiative ist die jährliche Teilnahme der Stiftung am Ukraine-Festival für Kinder, das in der Stadt Artek stattfindet, mit einer Delegation von etwa sieben Kindern. Das Festival zielt darauf ab, den Jugendlichen weltweit die Ideale des Friedens und gewaltfreien Verhaltens näherzubringen.
Für uns ist dies eine wichtige Veranstaltung, um unsere Kinder schon in jungen Jahren in einem multikulturellen Umfeld mit den Werten des Friedens und der Toleranz vertraut zu machen. Durch diese Kinder wirken die genannten Werte auf ihre Familien und Gleichaltrigen in ihren Schulen, Kirchen und Nachbarschaften ein. Um die Wirkung dieser Erziehung zu vervielfachen, sucht die Stiftung nach Wegen und Mitteln, ein jährliches nationales Festival ins Leben zu rufen, an dem Kinder aus allen Bezirken des Landes teilnehmen sollen.
Im Umweltbereich ist eine der Herausforderungen, mit denen Mosambik konfrontiert ist, die Zerstörung der Tierwelt durch die Wilderei seltener Tierarten, insbesondere von Nashörnern und Elefanten, zur Gewinnung ihrer Hörner. Auch seltene Pflanzenarten werden durch den Holzeinschlag dezimiert, ohne dass die Bäume wieder aufgeforstet werden.
Vor kurzem hat die Joaquim-Chissano-Stiftung eine Vereinbarung mit der Regierung von Mosambik unterzeichnet, die die Voraussetzungen für ihre aktive Beteiligung an den nationalen Bemühungen zum Schutz der Naturschutzgebiete schafft. Dies geschieht durch die Umsetzung von Projekten zur Gemeindeentwicklung, die darauf abzielen, die Anfälligkeit dieser Gemeinschaften – insbesondere der Jugendlichen – für die Anwerbung zur Wilderei zu verringern. Das zweite Ziel ist die Förderung der Sicherheit in diesen Gebieten, während das dritte Ziel die Förderung von Forschung und politischen Studien zur Steigerung ihrer nachhaltigen Entwicklung ist.
Im November wird die Stiftung die „Joaquim-Chissano-Stiftung-Wildlife-Initiative“ ins Leben rufen, mit dem Ziel, die für die Umsetzung dieses Programms erforderlichen Mittel zu beschaffen.
Auf regionaler Ebene bin ich Vorstandsmitglied der in Südafrika ansässigen Peace Parks Foundation, die 1997 mit dem Ziel gegründet wurde, die Einrichtung grenzüberschreitender Naturschutzparks (auch als „Peace Parks“ bekannt) in der SADC-Region zu fördern und die personellen Ressourcen in diesen Gebieten auszubauen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Umweltschutz ein wichtiges Anliegen unserer Stiftung ist, doch wir benötigen Ihre Unterstützung, um die Mission, die wir uns selbst auferlegt haben, erfolgreich zu erfüllen.
Meine Damen und Herren,
Indem ich Ihnen einige Erfahrungen aus Mosambik schildere, wollte ich lediglich verdeutlichen, dass unser individuelles und gemeinsames Handeln – so gering es auch sein mag – für viele Menschen einen Unterschied bewirken kann. Deshalb glaube ich, dass wir alle eine wichtige Rolle zu spielen haben. Wir können eine bessere Welt für künftige Generationen schaffen, wenn wir nur den Willen dazu aufbringen. Sie alle fördern auf Ihre eigene Weise die Kultur des Friedens zum Wohle unserer Kinder und Enkelkinder. Ich appelliere an jeden Einzelnen von uns, einige der größten Gaben zu nutzen, die uns als Menschen gegeben wurden: Mitgefühl und Güte. Anders als an der Börse gewinnen diese Güter nur an Wert, je mehr wir sie einsetzen.
Dem Weltrat der Ältesten möchte ich noch einmal meinen Dank aussprechen für Ihren Beitrag zum Aufbau einer Zukunft für unsere Kinder und die kommenden Generationen. Wir schätzen Ihre Bemühungen als Botschafter des Friedens in der Welt.
Ich möchte dieses Podium mit einem tiefgründigen Zitat von Dr. Kofi Annan verlassen:
„Es gibt kein heiligeres Vertrauen als das, das die Welt den Kindern entgegenbringt. Es gibt keine wichtigere Pflicht, als dafür zu sorgen, dass ihre Rechte geachtet werden, dass ihr Wohlergehen geschützt wird, dass ihr Leben frei von Angst und Not ist und dass sie in Frieden aufwachsen können.“
Verehrte Gäste,
meine Damen und Herren,
das größte Geschenk, das wir unseren Kindern machen können, ist, sie in einer Kultur des Friedens großzuziehen.
DANKE
Auf dem 3. Kongress des Council of World Elders wurden Spenden an folgende Projekte öffentlich übergeben:
Galsan Tschinag Stiftung zur Pflanzung von 1 Million Bäume in der Mongolei
Emoto Peace Projekt zur Segnung der Gewässer in Fukushima und weltweit
Shamanistic Institute für den Erhalt des Schamanentums im Himalaya
The Isa Viswa Prajnana Trust in Indien für soziale Projekte in Südindien
Bau der Stupa für den Weltfrieden mit buddhistischem Kloster in Bhutan
Aufforstungsprojekt mit Medizingarten im Regenwald von Peru
Brückenbau in Ghana „Bridge of Peace“
Chissano Foundation Mosambik für Weltfriedensprojekte
Fotos und Bericht zum 2. Kongress des Council of World Elders 2012
Bericht 2. Kongress des Council of World Elders
Teilnehmende Members + Vortragende
Karin Tag
Dr. Masaru Emoto
Togbui Céphas Bansah
Munbatz Men
Mohan Rai
Ruben Saufkie
Coco Vizcarra
Lama Tshewang Dorje
Swami Isa
Galsan Tschinag
Katharina Heyer
Greenpeace
Survival International
Bericht über den 2. Kongress des Council of World Elders 2012
Am 29. und 30. September 2012 fand der 2. Kongress des Council of World Elders in Bad Homburg bei Frankfurt statt. Zu diesem Treffen der Weltältesten zählen neben Karin Tag, der Gründerin des Council of World Elders und 1. Vorsitzenden, auch Hunbatz Men, Maya-Priester aus Chichén Iza, Mexiko, Galsan Tschinag, Stammesführer der Tuwa und Schamane aus der Mongolei, Dr. Masaru Emoto, Wasserforscher aus Japan, Mohan Rai, Schamane aus Nepal, Swami Isa, ein Yogi aus Indien und Coco Vizcarra, Inka aus Peru als Mitglieder des Council of World Elders. Auch das neue Mitglied Lama Tshewang Dorje aus Bhutan wurde auf dem 2. Kongress erstmals dem Publikum vorgestellt.
Das Thema des 2. Kongresses war das WASSER. Die Vorträge wurden auf Deutsch oder Englisch gehalten und mit Simultanübersetzern in die jeweils andere Sprache professionell übersetzt. Die sehr berührende Veranstaltung, die von Karin Tag organisiert wurde und dem Element Wasser geweiht war, hat viele Besucher tief im Herzen erreicht.
Karin Tag sieht ihre Aufgabe darin, das Wissen und die Botschaften der indigenen Ältesten mit dem Council of World Elders zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie betonte immer wieder, wie wichtig es sei, die Ältesten zu Wort kommen zu lassen, um ihre Weisheiten zu bewahren. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit jetzt nicht den Ältesten der Völker widmen, dann werden wir dieses Wissen und diese Weisheiten verlieren, so Karin Tag. Alle Nationen bräuchten diese Plattform, um zu sprechen. Die Ältesten wissen oftmals Antworten für die Lösung für viele Umweltprobleme und soziale Schwierigkeiten auf der Erde, sagte Karin Tag. Wir könnten wieder zum Herzen von Mutter Erde zurückfinden und uns daran erinnern, dass Mutter Erde und Vater Himmel lebendig ist, und wir alle eins sind.
Der Kongress begann mit der Vorstellung der Mitglieder des Council of World Elders, mit Gebeten und Mantren für den Schutz und Segen von Mutter Erde. Darauf folgten die Vorträge der Mitglieder und Gastsprecher. Als erster Redner betrat Coco Vizcarra aus Peru die Bühne des Kurhauses in Bad Homburg.
Coco Vizcarra ist Inka Schamane mit Quechua Wurzeln. Er wurde im Amazonasgebiet geboren und sein Leben ist geprägt von indianischer Herkunft. Er versteht sich als Botschafter seiner Vorfahren der Inka. Er versuchte den Zuschauern zu verdeutlichen, dass die Menschen nicht nur den Zugang zum Wasser verloren haben, sondern auch zur Erde überhaupt. Man habe vergessen, dass alles lebendig sei. Die Erde, die Bäume, die Flüsse, alles. Die Menschen würden auch das Wasser viel zu selbstverständlich nehmen, wie so vieles andere auch. Wasser sei ein Lebewesen, wie „Pacha Mama“ (Mutter Erde), „Vater Mond“, ein heiliges Element und ein Teil der großen Liebe, die uns umgibt. Die Menschen müssten dem Wasser mit Liebe und Dankbarkeit begegnen. Das genau vermisse er in unserer heutigen Gesellschaft. Liebe sei die einzige Kraft, die vieles noch zu heilen vermöge, die einzige Kraft, die uns und die Erde retten könnte. Die Liebe sei eine Kraft, die das Ozonloch schließen und verdorbene Gewässer reinigen könnte.
Danach sprach das Council Mitglied Galsan Tschinag, ein bekannter Schriftsteller und Schamane aus der Mongolei. Galsan Tschinag ist Stammesoberhaupt der Tuwa und engagiert sich in seinem Heimatland unter anderem durch ein Bewaldungsprojekt. Sein Ziel ist die Pflanzung von einer Millionen Bäume, um dem Land, das durch Klimaveränderungen und Abholzen der Wälder immer dürrer wird, wieder Leben und Wasser zurückzubringen. Die ersten 200.000 Bäume hat er bereits gepflanzt. Seine Botschaft auf dem Kongress war, dass die Reinerhaltung der Gewässer oberstes Gebot sei. Das Wasser sei das Blut der Erde, die Bäche und Flüsse seien die Adern, die durch den Erdkörper strömen und ihn am Leben erhalten. Deswegen dürften die Gewässer weder verschmutzt, noch gestört werden. Selbst Lärm und schlechtes Verhalten der Menschen hätten einen Einfluss auf das Wasser. Außerdem teilte Galsan Tschinag mit den Zuhörern seine Sorge über den Raubbau an der Erde. Die Erde würde vergiftet und verschachert und auch sein Volk leide darunter. Galsan Tschinag betonte, dass die Weiterexistenz der Erde und Menschen in Frage stehen würde. Es seien zu viele Kriege geführt und geduldet worden und wir bräuchten dringend Frieden. Wenn wir zusammen halten und in eine Richtung gehen würden, könnten wir es schaffen.
Darauf folgte eine Rede von Mohan Rai , Council of World Elders Mitglied und Schamane aus Nepal. Er sprach darüber, wie wichtig es sei, für die Erde einen Ausgleich von Nehmen und Geben zu schaffen. Dieses Gleichgewicht des Nehmens und Gebens sei gestört und der Respekt gegenüber der Natur, dem Wasser und der Erde sei verloren gegangen. Mohan Rai bat darum, der Erde Liebe zu senden und Dankbarkeit. Viele Umweltkatastrophen kämen, weil die Menschen keinen Respekt mehr vor der Erde hätten. Wenn man wieder beginnen würde, zu Mutter Erde und den Ahnengeistern zu beten und die Erde zu verehren, könne man das Wasserelement in Gleichgewicht bringen.
Als Gastredner sprach Alex Wenzel von der Greenpeace-Gruppe Frankfurt über ein Schutzprojekt in der Arktis. Die Arktis sei eine der letzten Wildnisse der Erde und ein außergewöhnliches Ökosystem. Der Jahrtausende von Eis bedeckte arktische Ozean sei bisher ein natürliches Meeresschutzgebiet für Krebse, Fische, Wale, Robben und Walrösser. Dieses Naturparadies sei durch das Schmelzen des ewigen Eises in Gefahr, da nun ein massiver Rohstoffabbau drohen würde, weil unter dem Eis Öl- und Gasvorkommen vermutet werden. Die ökologischen Konsequenzen seien nicht abzusehen, insbesondere das Risiko für die Umwelt durch die geplante Förderung von Öl.
Passend dazu folgte ein weiterer Gastvortrag von der Schweizerin Katharina Heyer über ihr Projekt zum Schutz der Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar. Unter anderem stellte sie in einem Filmbericht verschiedene Delfin- und Walarten vor.
Die Abendveranstaltung eröffneten die Hopi Indianer mit einer Wasserzeremonie. Ruben und Jordan Saufkie, im Council stellvertretend für die jüngere Generation der Hopi, führten den sogenannten Eagle Dance (Adler-Tanz) in der Hopi Tradition auf und segneten den Ort und die Anwesenden mit Wasser einer heiligen Quelle in Arizona, das sie hierfür nach Bad Homburg mitgebracht hatten. Dabei tanzte Jordan Saufkie, der Sohn von Ruben Saufkie, mit traditionellem Federschmuck einen rituellen Tanz auf der Bühne.
Im Mittelteil der Abendveranstaltung folgte das Voicehealing von Karin Tag, die mit ihrem Gesang die Herzen der Besucher berührte. Die tief berührende Stimme, verwoben mit den spärischen Klängen der selbst gespielten Klangschalen, erreichte die Herzen in Harmonie und Wärme und führte die Zuschauer auf den Weg zu innerer Stille.
Zum Abschluss des Abendprogramms trat die Tochter sowie auch die Ehefrau des Maya Priesters Hunbatz Men mit einem traditionellen Maya Tanz auf. Dabei betonte Hunbatz Men, dass er spüre, wie wichtig es in heutigen Zeit sei, dass die Frauen die tragende spirituelle und führende Kraft seien, die die Welt in die neue Zeit und das neue Bewusstsein führen würden. Yanil Mena Rodriguez, die Tochter von Hunbatz Men, tanzte in einem wunderschönen Mayakostüm zum ersten Mal öffentlich auf einer Bühne. Dabei versprühte sie jugendliche Anmut und begeisterte das Publikum mit ihrer Natürlichkeit.
Der zweite Kongresstag begann mit einem Vortrag des Council Mitglieds Swami Isa, einem Yogi aus Indien. Swami Isa sprach über Ton-Vibrationen und Mantren und darüber, dass man Frieden nicht im Äußeren, sondern nur im Inneren finden könne. Dafür sei innere Bewusstheit unerlässlich.
Im zweiten Vortrag konnte sich Lama Tshewang Dorje erstmals als neues Mitglied des Council of World Elders präsentieren. Die Botschaft des Lamas war dem Weltfrieden gewidmet und der Ehrung der 5 Elemente. Außerdem berichtete er von seinem Projekt, eine Stupa für den Weltfrieden zu bauen. Mit dem Bau der Friedensstupa möchte er die Prophezeiung des buddhistischen Meisters Dzogchen Polokhen Rinpoche erfüllen, nach der ein solcher Tempel in Bhutan für die Stabilisierung des Frieden auf der Erde wichtig sei.
Darauf folgte ein Vortrag des Council Mitglieds Hunbatz Men, Maya-Priester in der 12. Generation. Hunbatz Men kommt aus Chichén Itzá auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan und wurde bereits im Alter von einem Jahr erwählt, die Lehren der alten Maya zu verbreiten. Auch er betonte, wie wichtig es sei, das Wissen der Ältesten wieder allen zugänglich zu machen, auch das Wissen der Maya. Vieles, was über die Kultur und die Prophezeiungen der Maya geschrieben würde, entspreche nicht der Wahrheit oder wäre falsch verstanden worden. So gäbe es beispielsweise am 21.12.2012 keinen Weltuntergang. Ihre Ältesten sagen, es komme keine Katastrophe, die die Welt zerstören würde, sondern es komme die Essenz des Wassers zurück. Es beginne ein neuer Zyklus, der 5125 Jahre umfassen würde und für Veränderungen stehen würde.
Karin Tag, die Gründerin des Council of World Elders und 1. Vorsitzende des Kongresses, sprach über Wasser, Schwingungen und chladnische Klangfiguren. Sie erklärte, dass die Sonne ihre Frequenz verändern würde und dass es daher wichtig sei, dass auch wir Menschen entsprechende harmonische Frequenzen aussenden, um Chaos zu vermeiden. In einer Bildpräsentation stellte sie den Bezug zwischen Sternenkonstellationen und musikalisch geformten Mustern her. Die Paralelität von Klangfiguren und Sternenkonstellationen konnte der Zuhörer in beeindruckenden Bildern nachvollziehen. Auch stellte sie in einem Schulvideo über die Rubens-Tube die Wirkungsweise von Tonfrequenzen und Klangmustern auf das Universum vor.
Dr. Masaru Emoto , Ehrenmitglied des Council of World Elders und ausgezeichnet mit dem Peace-Feather Award, begann seinen Vortrag damit, dass er erklärte, dass er auf dem Kongress die Gewässer Japans vertreten wolle und bat die Teilnehmer darum, gemeinsam mit ihm für die Wasser von Fukushima zu beten. Er sprach daraufhin über die aktuelle Lage in Japan und über die radioaktive Verseuchung. Japan sei inzwischen fast überall radioaktiv verseucht. Auch berichtete er von seinen neuesten Forschungsergebnissen über die Verbindung des Wassers mit unserem individuellen und kollektiven Unterbewusstsein. Mit seinem „Emoto Peace Project“ setzt er sich weltweit für den Erhalt der Erde und den Weltfrieden ein. Liebe und Dankbarkeit, durch die die schönsten Wasserkristalle entstehen würden, wären in dieser Zeit unverzichtbar, nicht nur, um das menschliche Immunsystem zu stärken, sondern auch um die Erde und die Gewässer zu heilen. Daher bat Masaru Emoto darum, der Erde diese Liebe und Dankbarkeit in Gebeten zu senden. Wenn man diese Gebete den Gewässern der Erde senden würde, könne man alles auf dieser Erde positiv beeinflussen, da das Wasser die Quelle allen Lebens sei.
Es folgte ein beeindruckender Auftritt seiner Majestät König Togbui Ngoryifia Céphas Kosi Bansah, dem König von Hohoe GBI Traditional Ghana , Ehrengast auf dem 2. Kongress des Council of World Elders. Er berichtete über sein Hilfsprojekt „Wasser für Ghana“. Dabei betonte der König, wie wichtig das Wasser weltweit und auch für sein Volk in Ghana sei. Medikamente seien nicht so wichtig, wie sauberes Wasser, um den Menschen in Afrika Leben und Gesundheit zu schenken.
Aus diesem Grund bedankte er sich für die Spenden aus Deutschland, mit denen es ihm möglich wurde, in seinem Land die Wasserversorgung durch Wasserpumpen, Brücken, Brunnen etc zu verbessern.
Er überreichte Karin Tag eine Urkunde und eine Auszeichnung seines Königreichs als Anerkennung und Würdigung der großzügigen Spende für den Brückenbau in Ghana. Die Ansprache des Königs war sehr humorvoll und begeisterte das Publikum. Er schloss den Vortrag mit den Worten, dass seine Aufgabe, die er als König im Herzen trage, die Wahrung des Friedens in seiner Region auch innerhalb der verschiedenen Stämme und unterschiedlichen Religionen sei. Der König von Ghana zeichnet sich durch seine bescheiden gebliebene Persönlichkeit aus. Er nutzt seine Kontakte und Ausbildung in Deutschland, um seinem Land selbst auch mit tatkräftiger Arbeit finanziell Hilfe zu geben. Da er vor seiner Wahl zum König von Ghana in Deutschland lebte und arbeitete, hat er gelernt, mit seinen eigenen Händen um die Existenz zu kämpfen. Nach der Wahl zum König hat er seinen weltlichen Beruf nicht aufgegeben und arbeitet bis heute mit seiner ganzen Kraft, um seinem Land finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Diese innere Haltung und Opferbereitschaft hat die Besucher des Kongresses sehr berührt. Er erwies sich als ein humorvoller, lebensfroher und liebenswürdiger König, der Mensch geblieben ist.
Zum Abschluss des Kongresses wurden die durch den Kongress erzielten Spenden für die vorgestellten Hilfsprojekte an die Mitglieder des Councils und die Gastsprecher übergeben.
Im Anschluss daran gab es ein gemeinsames Gebet für die Gewässer der Erde und den Weltfrieden, welches alle Mitglieder des Council of World Elders und König Bansah in Gemeinschaft auf der Bühne vollzogen.
Der nächste, 3. Kongress des Council of World Elders wird am 28. und 29. September 2013 in Bad Homburg v.d.H. stattfinden.
Bericht von Dirk Finselberger und Diana Doerr
Fotos und Bericht zum 1. Kongress des Council of World Elders 2011
Bericht 1. Kongress des Council of World Elders
Teilnehmende Members + Vortragende
Karin Tag
Galsan Tschinag
Hunbatz Men
Masaru Emoto
Mohan Rai
Maile Ngema Lama
Swami Isa
Coco Vizcarra
Ruben Saufkie
Armin Risi
Axel Wenzel
»Neues Bewusstsein der Neuen Erde«
Bericht über den 1. Kongress des Council of World Elders
Autor: Armin Risi
Der im Jahr 2009 gegründete Council of World Elders kam am Wochenende des 24./25. September 2011 zum ersten Mal zusammen und trat beim Kongress in Bad Homburg auch vor die Öffentlichkeit. Rund 300 Personen nahmen an diesem Kongress teil und erlebten zwei gehaltvolle und inspirierende Tage: zwei Podiumsveranstaltungen mit allen acht anwesenden Mitgliedern des Council, ein Vortrag von jedem Mitglied, zwei Gastreferate und die Verleihung der Friedensfeder des Council of World Elders (Peace-Feather Award). Der Kongress, der auch mit seiner perfekten und publikumsnahen Organisation in Erinnerung bleibt, war eine Benefizveranstaltung. Der Erlös wurde zum Abschluss des Kongresses an die verschiedenen Projekte der Council-Mitglieder gespendet. Karin Tag, die Leiterin des Kongresses, alle Mitglieder des Council und alle Organisatoren sind ehrenamtlich tätig. Der nächste Kongress findet am 29./30. September 2012 statt, voraussichtlich wieder in Bad Homburg.
Dem Council of World Elders gehören mittlerweile neun Mitglieder aus acht Nationen an. Es sind dies (in alphabetischer Reihenfolge): Coco Vizcarra aus Peru, Galsan Tschinag aus der Mongolei, Hunbatz Men aus Mexiko, Karin Tag aus Deutschland (Gründerin des Council), Masaru Emoto aus Japan, Mohan Rai und Maile Ngema Lama aus Nepal, Ruben Saufkie aus den USA (Vertreter der Hopis) und Swami Isa aus Indien. Bis auf Ruben Saufkie waren alle Mitglieder des Council in Bad Homburg anwesend. Die zwei Gastreferate hielten Axel Wenzel von Greenpeace Frankfurt und Armin Risi als Vertreter der Global Advisors des Council.
Die Gründung des Council of World Elders
Der Council of World Elders entstand 2009 auf Initiative von Karin Tag, die Vorsitzende des Council ist. Karin Tag reiste vor fünfzehn Jahren nach Südamerika, um sich in gesundheitlichen Problemen von den dortigen Heilern (curanderos) behandeln zu lassen. Bei diesen Begegnungen wurde sie von Inka-Schamanen erwählt und berufen, völkerverbindend tätig zu werden, und bekam zu diesem Zweck einen alten Kristallschädel als Leihgabe, mit dem sie gemäß der Ausbildung durch die Inka-Schamanen heute weltweit aktiv ist. Ihre Reisen führten zu Kontakten mit Exponenten und Ältesten verschiedener indigener Völker und in der Folge zur Gründung des Council of World Elders. Auf dem Kongress war zu spüren, mit welch großem Respekt sich diese Vertreter unterschiedlichster Traditionen gegenseitig begegnen. Erstaunlich und auch erfreulich ist, dass diese individualistischen und zum Teil traditionalistischen Männer aus Asien, Mittel- und Südamerika die 42jährige Karin Tag als Vorsitzende und Koordinatorin des Council akzeptieren und voll unterstützen. Angesichts der Tatsache, dass viele dieser alten Traditionen männerdominant sind, zeigt sich hierin eine Entwicklung, die einigen Religionen der heutigen Zeit noch weitgehend fremd ist.
Die Ziele des Council of World Elders
Der Council of World Elders in Bad Homburg (v.l.n.r.): Karin Tag, Masaru Emoto und seine Dolmetscherin, Swami Isa, Hunbatz Men, Coco Vizcarra, Galsan Tschinag, Ngema Lama, Mohan Rai.
Der Council ist ein wachsendes Gremium, zu dem im Lauf der Zeit noch viele weitere Mitglieder aus aller Welt hinzukommen werden. Der Council soll eine Plattform für herausragende Repräsentanten indigener Völker sein, die das traditionelle Wissen für den Weltfrieden und für die Heilung unseres Planeten praktizieren und vermitteln. Der Council organisiert internationale Kongresse und Vorträge, plant die Veröffentlichung von Jahrbüchern, Filmen und anderen Publikationen, unterstützt gemeinnützige Projekte und setzt sich für den Erhalt und die Neuerrichtung von Kraftplätzen und Kulturdenkmälern ein. Ebenso setzt er sich ein für völkerverbindendes Handeln, für Völkerverständigung und für die Förderung erneuerbarer Energieformen und des Umweltschutzes, insbesondere in den Ländern der indigenen Völker. Ein weiteres Ziel ist der Aufbau eines ethnologischen Museums und einer Bibliothek für die Schriften der alten Weisheitslehren und Traditionen, verbunden mit einer Stätte zur praktischen und zeitgemäßen Vermittlung dieses Wissens.
Repräsentative Versöhnung der Völker
Beim Eröffnungspodium, als alle Mitglieder des Council sich vorstellten, kam es zu einer spontanen und sehr bewegenden Szene. Der bekannteste unter den Anwesenden war sicher Dr. Masaru Emoto, dessen Wasserkristallfotos seit zwölf Jahren weltweit die Menschen beeindrucken und begeistern und zum Teil auch provozieren. Karin Tag stellte ihn mit der Nennung seines Jahrgangs (1943) vor, was ungeplant war, aber ohne dieses Detail hätte das Folgende nicht stattgefunden. Galsan Tschinag griff das Stichwort des Jahrgangs auf und sagte, dass er im gleichen Jahr geboren worden sei wie Dr. Emoto. »Wir sind Kriegskinder, und unsere Nationen waren verfeindet. Als Kinder spielten wir in der Mongolei ›Japaner-Köpfen‹ und ›Pritzen-Schlagen‹. Pritzen war unser Ausdruck für die Deutschen, die ›Fritzen‹ genannt wurden. Aber da wir in unserer Sprache kein ›Fr‹ haben, sagten wir ›Pritzen‹. Und nun treffe ich im Land der Pritzen einen gleichaltrigen Japaner.« Masaru Emoto und Galsan Tschinag umarmten sich auf der Bühne. Dieser emotionale Kongressauftakt zeigte, welcher Weg die Völker zu wahrer Heilung und Versöhnung führen wird.
Ein Botschafter zwischen Osten und Westen
Galsan Tschinag, ein Kind der Tuwa-Nomaden im Altai-Gebirge der Westmongolei, überrascht das Publikum mit seinem perfekten Deutsch. Er war mit 19 Jahren (1962) nach Leipzig gekommen, wo er Deutsch lernte und dann an der Universität Germanistik studierte. 1968 kehrte er in die Mongolei zurück und begann an der Universität der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar seine Lehrtätigkeit im Fach Deutsch. Er ist Autor zahlreicher Erzählungen, Romane und Lyrikbände, die er größtenteils in deutscher Sprache schreibt. Er hat mehrere Buchpreise erhalten, 2002 auch das Bundesverdienstkreuz für sein kulturverbindendes Schaffen. Seine Werke sind in über zehn Sprachen übersetzt worden. Seit zehn Jahren ist er auch als schamanischer Botschafter und Heiler in Europa unterwegs. 2006 gründete er eine Stiftung zur Förderung kultureller Projekte in der Mongolei, zum Beispiel einer Tuwa-Grundschule, und zur wirtschaftlichen Unterstützung in Not geratener Nomadenfamilien im Altai-Gebirge.
Die Mongolei war bis vor dreißig Jahren zu etwa einem Fünftel der Fläche bewaldet. Dieser Urwald aus Lärchen, Kiefern, Tannen, Espen und so weiter ist mittlerweile zu einem großen Teil abgeholzt worden. Hauptursache ist die Goldschürfung. Dieser Raubbau führte dazu, dass ein Drittel der Flüsse und ein Viertel der Seen ausgetrocknet sind. Der Regen bleibt aus, und die Grassteppe ist verdorrt. Einige wenige Industrielle wurden durch diese Entwicklung zu Multimilliardären, aber das Volk leidet heute so sehr wie noch nie zuvor. In der Hauptstadt leben Menschen sogar in den Kanalisationsschächten.
Um diesem Elend entgegenzuwirken, hat Galsang Tschinag vor drei Jahren beschlossen, in der Mongolei eine Million Bäume zu pflanzen. Hierzu förderte er biologische Studien und Baumschulen. 200.000 Bäume sind bereits gepflanzt und der Obhut der Bevölkerung vor Ort übergeben worden. Eine wichtige Rolle spielen hier die alten Menschen, die als Gärtner und Landschaftshüter tätig werden können. Weitere Projekte sollen auch den Regen zurückbringen, wozu sowohl schamanische Methoden als auch Mittel der alternativen Wissenschaft eingesetzt werden sollen.
Die grüne Lunge der Erde
Das Thema der Urwaldabholzung führte der Greenpeace-Sprecher Axel Wenzel weiter aus. »Die letzten sieben Urwälder der Erde« war der Titel seines Vortrags. Die idyllischen Bilder der heute noch stehenden Urwälder zeigten um so deutlicher den Gegensatz zu den Bildern der Urwaldabholzung und der mit klinischer Präzision angelegten Weide- und Soja-Flächen. Nach drei Jahren ist der durch Rodung gewonnene Boden ausgehungert, und was vom ehemaligen Urwald zurückbleibt, ist ein versandeter Boden. Heute sind etwa 80 Prozent des ursprünglichen Waldes der Erde abgeholzt. Alle zwei Sekunden verschwindet eine Fläche in der Größe eines Fussballfeldes, pro Jahr ergibt dies zwei- bis dreimal die Fläche der Schweiz. Die Abholzung wird hauptsächlich von der Holz- und von der Fleischindustrie verursacht. Auf den Weideflächen grasen Schlachtviehherden. Die Sojafelder (mit Gentech-Soja) liefern Futter für Schlachttiere in den USA und in Europa.
»Aylu Masi Kunapa«
Unter der Nachwirkung dieser aufrüttelnden Greenpeace-Fotos betrat Coco Vizcarra die Bühne und sang ein Lied in seiner Inka-Muttersprache (Quechua) an »Pacha Mama«, an Mutter Erde. Die Kondor-Feder, die zu seiner Tracht gehört, hat eine tiefe Symbolik. »Das einzige von uns, was fliegen kann, sind die Gedanken. Und in Gedanken sehen wir eine bessere Welt.« Auch er schildert, wie zerstörerisch das Wirken der industriellen Zivilisation ist, und gibt dazu einige Beispiele aus seiner Heimat Peru. Er spüre in Deutschland, dass die zwei Weltkriege noch heute eine traumatische Wirkung haben, und auch sein Volk sei traumatisiert, denn vor fünfhundert Jahren sei es durch einen Genozid fast ausgerottet worden, und die Diskriminierung gehe bis heute weiter. »Die Menschen, die dies tun, sind ebenfalls unsere Geschwister, aber sie sind krank. Sie sind verrückt. Denn was sie tun, vernichtet nicht nur mein Volk, es wird auch sie selbst vernichten.«
Coco Vizcarra versteht sich als Botschafter seiner Vorfahren, der Inka. Er spricht fließend Deutsch und führt des öfteren Reisegruppen durch Peru. Er rief im heiligen Tal der Inka das Schulprojekt »Kusi Kawsay« ins Leben. Dort lernen Inka-Kinder sowohl die Quechua-Sprache als auch Spanisch und Englisch und werden auf das Leben in der modernen Welt vorbereitet, damit sie in dieser Welt bestehen können, ohne die eigenen Wurzeln zu verlieren.
Coco Vizcarra hat Karin Tag seit den Anfängen ihres Wirkens mit dem Kristallschädel unterstützt und gefördert. Er zitiert des öfteren die Quechua-Redewendung Aylu Masi Kunapa: »Wir sind alle miteinander verwandt.« Die Menschen sind allein schon dadurch verbunden, dass sie alle auf demselben Planeten leben und dieselbe Luft atmen. Was an diesem Kongress initiiert wird, sollte auch weltweit geschehen. »Jede Verbindung bringt uns zusammen. Wenn wir eins sind, gibt es keine Trennung, keine Spaltung. Dann spürst du, was ich spüre, und ich spüre, was du spürst. Und wir spüren, was die Erde spürt. Aylu Masi Kunapa.«
Schamanische Urtraditionen
Mohan Rai und seine Schwester Maile Ngema Lama sind praktizierende Schamanen und Heiler aus Nepal. Mohan Rai ist 83 Jahre alt, man würde ihn aber nur auf etwa 70 schätzen. Er spricht mit großer Begeisterung und Hingabe vom Himalaya-Schamanismus, den er bereits als Kind von seinem Vater erlernt hat, der aus Bhutan stammt und im Volk der Kirati ein berühmter Schamane war. Er war auch der Hofschamane des Königs von Bhutan. Mohan hatte erlebt, wie sein Vater manchmal wochenlang von zu Hause weg war, weil er von einem Dorf zum anderen gerufen wurde, und wollte deshalb zuerst nicht den Beruf seines Vaters wählen. Aber dieser Beruf war Berufung, und so wurde er der Nachfolger seines Vaters. Er gründete das Shamanistic Studies and Research Centre (Zentrum für schamanische Studien und Forschungen) in Kathmandu, Nepal, das er auch heute noch als Direktor leitet. Er arbeitet mit Schamanen und Heilern aus ganz Nepal zusammen. Dank seines eloquenten Einsatzes bekommen die noch traditionell lebenden Stammeskulturen zunehmend auch Beachtung und Unterstützung von der Regierung. Mohan Rai spricht über zehn Sprachen und schrieb mehrere Bücher, die in verschiedenen Sprachen veröffentlicht wurden.
Mohan Rais Schwester Maile Ngema Lama war eine Art Wunderkind des Schamanismus und begann nach ihrer Ausbildung bereits mit elf Jahren ihre Tätigkeit als Heilerin, den Fußstapfen ihres Vaters folgend. Heute ist sie eine der berühmtesten Heilerinnen Nepals und wirkt hauptsächlich in dem von ihrem Bruder gegründeten Zentrum.
»Indigenes Wissen und der heutige Bewusstseinswandel«
So lautete der Titel des Vortrags von Armin Risi, des letzten Vortrags am ersten Kongresstag. Ich erwähnte die indianische Prophezeiung, dass der Kondor und der Adler wieder zusammen kommen werden und dass dann, wenn dies geschieht, ein neues Zeitalter beginnen werde. Der Adler symbolisiert die indigenen Völker Nord- und Mittelamerikas, der Kondor die von Südamerika. Ein weiterer und neuer Teil dieser Prophezeiung besagt, dass der Übergang in das nächste Zeitalter nur durch eine gemeinsame Bemühung möglich wird, insbesondere durch die Unterstützung von der anderen Seite des Ozeans. Deshalb kam auch der Kristallschädel Corazon de Luz nach Europa, was unter anderem zur Gründung des Council of World Elders führte, damit die Stimme der indigenen Völker die Weltöffentlichkeit erreichen kann. Denn diese Völker repräsentieren die Wurzeln der Menschheit, und sie sind die Hüter der alten Überlieferungen und auch der alten Artefakte, die uns an unsere Herkunft erinnern.
Die Urgeschichte der Menschheit ist ganz anders, als die materialistische Wissenschaft heute postuliert. Die moderne Biologie kennt nur noch das Pflanzenreich und das Tierreich und reiht den Menschen in das Tierreich ein. Aus spiritueller Sicht sehen wir die Welt jedoch als lebendiges Wesen und erkennen die Vielfalt der unterschiedlichen Reiche. Es gibt das Mineralreich, das Pflanzenreich, das Tierreich, das Menschenreich, das Reich der Elementarwesen, der Astralwesen, der Lichtwesen, und so weiter.
Alle indigenen und mystischen Traditionen der Welt sagen, dass der Kosmos multidimensional ist und dass die Realität des Lebens nicht auf die physikalische Materie beschränkt ist. Geist prägt die Materie. Hinter jeder materiellen Form wirkt Information, das heisst Bewusstsein: der Geist des Wassers, der Geist der Berge, der Geist der Pflanzen und der Tiere, der Geist der Erde, der Geist der Sonne, der Geist des Universums und so weiter. Alle indigenen Völker und alle Mysterienschulen sagen, dass die physikalische Welt – und damit auch der Mensch – aus diesen höheren Dimensionen des lebendigen Kosmos hervorgegangen ist.
Ich erwähnte dann, welche symbolischen und mythologischen Bilder die geistige Herkunft des Menschen beschreiben und was dieses »alte« neue Wissen konkret für unsere heutige Zeit bedeutet: einen Paradigmenwechsel. Nicht zuletzt bedeutet es auch, dass die Menschheitsgeschichte neu geschrieben werden muss, und zwar von allem Anfang an, denn wenn man in einer Rechnung am Anfang einen Fehler macht – was in den materialistischen Theorien über die Entstehung des Lebens der Fall ist –, entsteht ein falsches Ergebnis, selbst wenn man nach diesem einen Fehler richtig weiterrechnet. Das indigene und metaphysische Wissen der Menschheit schenkt uns eine Sicht, die unsere ferne Vergangenheit mit unserer nächsten Zukunft verbindet.
Peace-Feather Award an Lex van Someren
Seit 2010 verleiht der Council of World Elders jährlich die kristallene Friedensfeder als Auszeichnung für Menschen, die sich auf hervorragende Weise für die Völkerverständigung, für den Weltfrieden und für den spirituellen Bewusstseinswandel einsetzen. 2010 erhielt Dr. Masaru Emoto diesen Preis. 2011 ging der Peace-Feather Award an den Sänger und Musiker Lex van Someren* »als Auszeichnung für seine künstlerische und musikalische Leistung in Verbindung zu den Belangen von Mutter Erde«. Das Spektrum seiner Gesangsstimme umfasst vier Oktaven. Er singt meistens in einer »Seelensprache«, das heißt, er singt, indem er Silben zusammenfügt, die wie eine Sprache klingen, aber nicht auf eine bestimmte irdische Sprache beschränkt sind. Auf seinen Konzerten lässt er musikalische Stimmungsbilder aus allen Kulturen der Welt entstehen, zum Beispiel zusammen mit einem Derwisch-Tänzer oder einem mongolischen Bass-Sänger.
Zur Preisverleihung kam Lex van Someren persönlich nach Bad Homburg und bedankte sich am Abend mit einem Solo-Auftritt, wobei er zwei Lieder zusammen mit Karin Tag sang. Auch dieses weitgehend improvisierte Konzert war ein Erlebnis, das »unter die Haut ging«.
Praktisch angewandte Spiritualität
Der erste Vortrag am zweiten Tag wurde von Swami Isa gehalten. Für seine Teilnahme am Kongress verließ er zum ersten Mal Indien und stieg zum ersten Mal in ein Flugzeug. Er ist der Gründer der Hilfsorganisation »Swami-Isa-Stiftung« (Isa Viswa Prajnana Trust). 1998 gründete er eine Schule auf der Grundlage eines neuen Bildungskonzeptes, das in Indien mittlerweile an vielen Orten angewandt wird und auch internationale Beachtung findet. Ebenso setzt er sich über seine Stiftung für die Unterstützung von sozial Benachteiligten ein, insbesondere für die Förderung von Kindern aus diesen benachteiligten Kreisen.
Im Jahr 2000 gründete er das Globale Energieparlament (Global Energy Parliament, GEP), ein internationales Gremium von Wissenschaftlern und Fach- und Führungskräften, die sich für ein ganzheitliches Verständnis von Energie einsetzen, um dadurch die Gerechtigkeit und den Frieden auf der Erde zu fördern. Der 1. Kongress des GEP fand 2010 in Trivandrum, Südindien, statt.
Swami Isa sprach über seine Projekte, betonte aber von Anfang an die Wichtigkeit der spirituellen Sicht, die uns erkennen lässt, dass wir alle Teil der göttlichen Ganzheit sind. Auffällig und für das sprachliche Verständnis anfänglich etwas verwirrend war, dass er das Wort »ich« nicht verwendet, sondern von sich in der dritten Person mit seinem Eigennamen spricht: »Swami sagt«, »Swami tut«, und so weiter. Über sein lebenslanges Engagement sagt er: »Der Dienst am Nächsten bedeutet zuerst Verzicht, dann Pflichterfüllung. Was bedeutet Verzicht? Fähig zu sein, Gott in allem zu sehen. Das ist der wahre Anfang von selbstlosem Dienen.«
Die Mayas zwischen Vergangenheit und Zukunft
Hunbatz Men ist Mitglied des Maya-Itzá-Ältestenrats in Mexiko und wurde bereits als Kind in seiner Berufung als Erhalter der Maya-Itzá-Tradition erkannt und ausgebildet. Er reist um die ganze Welt, um die Vernetzung der indigenen Völker zu unterstützen und das Maya-Wissen zu verbreiten. Vor kurzem erschien im Deutschen sein Buch Die heilige Kultur der Maya – Ihre atlantische Herkunft, das Kalendersystem und seine Ausrichtung auf die Plejaden. Hunbatz Men gründete und leitet das Maya Ceremonial, Cultural & Educational Center in Lol Be sowie die Cosmic Initiatic University of Yok'hah Maya in Mérida, Yucatan. Beim Kongress in Bad Homburg ebenfalls anwesend waren die Frau von Hunbatz Men und ihre 18jährige Tochter, die an diesen Schulen zunehmend leitende Funktionen übernehmen wird.
Bei seinem Vortrag begrüsste er die Anwesenden mit den Worten: »Ich bin sehr glücklich, euch wieder zu sehen.« Denn es sei nicht das erste Mal, dass wir uns treffen. »Wir sind hier in der Fortsetzung des Wirkens unserer Ahnen. Die Lehrer kommen heute zurück, um die kosmische Weisheit zu bringen, damit wir wissen, was zu tun ist, um Mutter Erde zu retten.«
Er führte aus, dass die Mayas die Zeit verstehen, weil sie die Sonne verstehen und weil sie den Kosmos verstehen. Die zyklischen Abläufe der Sonne und anderer kosmischer Bezugspunkte, insbesondere der Plejaden, bewirken auf der Erde entsprechende Zyklen, und jeder Übergang führt zu großen Veränderungen, so wie es in der Vergangenheit schon mehrere gegeben hat. Die Geschichte der alten Kulturen, so auch die der Mayas, wurde von westlichen Wissenschaftlern mit einem unspirituellen Weltbild geschrieben, und diese Darstellung entspricht nicht den Tatsachen. Er distanzierte sich von der Fixierung auf das Datum 21.12.2012, weil dies eine hypothetische Umrechnung durch akademische Wissenschaftler ist. (»2012« ist ein Symbol für die bereits laufende Wendezeit.) Ebenso betonte er namentlich, es entspreche nicht ihrer Weltsicht, dass die Menschen früher primitiv gewesen seien und dass dann Außerirdische den Menschen die Kultur gebracht hätten.
»Jeder Mensch verkörpert einen Teil des Geistes der Erde. Wir sind die Nachkommen unserer Vorfahren und ihrer früheren Kulturen.« Diese hatten aufgrund ihres Zugangs zu geistigen Quellen ein umfassendes Wissen über die Entsprechungen von Kosmos, Erde und Mensch. Der Kalender, so wie er von den astronomischen Faktoren vorgegeben wird, hat seine Entsprechungen im menschlichen Körper. Der Tzolkin ist auch der Kalender unseres Körpers. Ein Mondumlauf hat 28 Tage, und wir haben 28 Fingergelenke. Im Jahr gibt es 13 Mondumläufe, und der Mensch hat in seinem Körper 13 Hauptgelenke. Die 20 Nahuales (Tageszeichen im Maya-Kalender) haben ihre Entsprechung in der Anzahl von Fingern und Zehen des Menschen.
Über die kleinen Zeitzyklen können wir die größeren Zyklen verstehen, denn die kleinen sind Teile der größeren. Die Quellen, aus denen das Wissen der Mayas über die Kalendersysteme stammt, gaben auch das Wissen über die natürliche Ordnung der Gesellschaft und des Zusammenlebens der Menschen sowie das Wissen über das Heilen und die heiligen Klänge. Er erklärte die verschiedenen Arten von heiligen Klängen und sagte, dies sei vergleichbar mit dem, was bei den Indern als Mantras bekannt sei. Es gibt auch bei den Mayas Mantras für rituelle und religiöse Zwecke, Mantras zur Heilung und Mantras, die – modern ausgedrückt – das genetische Gedächtnis des Menschen erwecken.
Hunbatz Men ist bemüht – wie auch bei diesem Vortrag deutlich wurde –, einerseits das traditionelle Maya-Wissen zu vermitteln, andererseits die Verbindung zu anderen indigenen Traditionen und auch zur modernen Esoterik herzustellen. Diese Offenheit ist der Grund, warum Hunbatz Men und seine Maya-Mysterienschule von gewissen Maya-Linien kritisiert und zum Teil sogar abgelehnt werden.
Exkurs: Meinungsverschiedenheiten und Fronten unter den Maya-Ältesten
Fünf Wochen vor dem Kongress des Council of World Elders lud ein Schweizer Veranstalter vier Maya-Älteste ein und organisierte mit ihnen zwei Großanlässe, einen in Zürich und einen in Bern. Im Vorfeld erwähnte ich in all meinen Vorträgen beide Anlässe und dachte, dass hier eine Zusammenarbeit besteht. Beide Anlässe (Abendveranstaltungen von rund drei Stunden, 50 Franken Eintritt) wurden jeweils von rund 1.000 Menschen besucht, aber der nachfolgende Kongress wurde nicht erwähnt. Im Gegenteil, die Maya-Vertreter, die hier anwesend waren, betonten, dass nur Mayas das Maya-Wissen weitergeben können und dass alle anderen das Maya-Wissen nur verwendet hätten, um Geld zu machen. Sie erwähnten dabei sogar namentlich José Argüelles, der kurz zuvor verstorben war. Ebenso erwähnten sie explizit die Kristallschädel und betonten, dass die Kristallschädel für die Mayas heilig seien, dass sie mit ihnen aber nie durch die Welt reisen würden. Wieder wurde das Geldmachen erwähnt.
Sie sprachen auch über die Massaker, die die Mayas noch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Guatemala erleiden mussten. Dieser Bericht war erschütternd, und es ist verständlich, dass die Mayas sich gegen die Vermarktung ihres Namens wehren und sich vom 2012-Rummel distanzieren. Dem kritischen Zuhörer wurde an diesen Zürich- und Bern-Veranstaltungen jedoch schnell klar, dass hier »fundamentalistische« Maya-Vertreter auf der Bühne saßen. Der Vorwurf, alle Nicht-Mayas würden mit dem Maya-Wissen nur Geld machen wollen, war pauschalisierend und auch respektlos. Immerhin war José Argüelles von verschiedenen Maya-Stämmen mit Ehrungen und Titeln ausgezeichnet worden. Man kann seine Kalender-Interpretation kritisieren, aber es ist unbestreitbar, dass er über rund 30 Jahre hinweg das Maya-Wissen in der ganzen Welt bekannt gemacht hat. Ohne die Arbeit von José Argüelles wären auch an diesen Abenden keine 1.000 Menschen gekommen. Es wären wahrscheinlich genauso wenig gekommen, wie wenn Olmeken-, Zulu- oder Tuwa-Vertreter eine Veranstaltung gemacht hätten.
Im Rückblick ist erkennbar, dass diese Linie von Maya-Vertretern keinen Council of World Elders und keine europäische Frau als Leiterin und Koordinatorin des Council und als Hüterin eines Kristallschädels akzeptieren können. Im Gegensatz zu diesen Schweizer Veranstaltungen wurde auf dem Kongress in Bad Homburg nur positives Wissen und konstruktive Kritik vermittelt. Die Problematik der Zerstrittenheit unter gewissen indigenen Lagern wurde nur ein einziges Mal – und selbstverständlich ohne Namensnennungen – erwähnt, aber nicht in einem Ton der Gegnerschaft und Ablehnung, sondern in einem Geist der Versöhnung und Verbindung: »Möge Frieden unter allen Mayas einkehren!«
Das revolutionäre Potenzial von Wasser – und Hanf!
Der letzte Vortrag des Kongresses war der von Masaru Emoto. Sein Erscheinen erschreckte uns zuerst, denn er kam im Rollstuhl. Dr. Emoto erklärte jedoch sogleich, dass er nicht etwa unter einer Krankheit leide, sondern dass er bei dem großen Erdbeben in Tokio einen Unfall erlitten habe und sich dabei die große Zehe gebrochen habe. Damit war er direkt beim Thema, und er fragte, warum gerade jetzt immer mehr solcher Erdbeben und Wasserkatastrophen geschähen. »Die Menschen haben sich weit vom Leben im Einklang mit der Natur entfernt«, und das bringe die Elemente immer mehr in Aufruhr. Er scheute sich nicht zu sagen, dass es einen »Wassergott« gebe: das Bewusstsein oder den Geist des Wassers. »Ich bin hier als Botschafter des Wassers, und ich glaube, dass das Wasser ein Botschafter Gottes ist.«
Er erzählte, wie er gelernt habe, auf die Zeichen der Synchronizität zu hören, und dass Synchronizität auch der Grund sei, warum er Mitglied in diesem Council sei. Bis 2008 sei ihm das Phänomen Kristallschädel gänzlich unbekannt gewesen, er habe nicht einmal gewusst, dass es so etwas gebe. Aber dann sei er innerhalb von kürzester Zeit dreimal diesem Thema begegnet, und kurz danach habe er einen Brief von Karin Tag aus Deutschland bekommen – und habe sofort gespürt, dass dies etwas sehr Wichtiges sei.
Mit einer kurzen Powerpoint-Präsentation dokumentierte er, wie seine Arbeit in den letzten zwölf Jahren eine weltweite Wirkung gezeigt hat. Dreimal hintereinander, als er an Naturzeremonien teilnahm (am Baikal-See, in Spanien und in Vancouver, Kanada), erschien ein Regenbogen am Himmel, obwohl es nicht geregnet hatte. Bei einer Zeremonie mitten in Mexico City, an der auch Hopi-Schamanen teilnahmen, erschien plötzlich ein Adler über ihnen und flog sechs Kreise. Niemand der Anwesenden konnte sich erinnern, je einen Adler über dieser 20-Millionen-Stadt gesehen zu haben. Ebenso eindrücklich wie diese Bilddokumentationen waren auch jetzt wieder die Bilder der Wasserkristalle. Er spielte mehrere Musikstücke vor und illustrierte sie mit Filmen, die zeigten, welche Formen von Wasserkristallen sich entsprechend diesen Klängen bilden. Am Eindrücklichsten waren die Bilder zu einer Arie, die von Maria Callas gesungen wurde.
Im Weiteren führte Dr. Emoto aus, dass heute vor allem vier Punkte unterdrückt würden und dass gerade in diesen vier Punkten große Wahrheiten verborgen seien.
- Geschichtsforschung: Die Vergangenheit der Menschheit sei anders als heute gelehrt werde. Das zeige sich auch darin, wie die moderne Geschichtsschreibung die Vergangenheit von Japan darstelle und die spirituelle Komponente ausblende. Bereits vor langer Zeit habe die japanische Hochkultur weltweite Kontakte unterhalten, und er erwähnte dafür einige konkrete Beispiele.
- Kalender: Die Menschen leben heute nach einem künstlich konstruierten Kalender, der nicht im Einklang mit den natürlichen Zyklen steht. Wir sprechen von Monaten (»Mondzyklen«) und rechnen mit zwölf Monaten, in der Natur gibt es pro Jahr jedoch 13 Mondumläufe. Ein Kalender entsprechend der Natur hätte also 13 Monate. Er erwähnte den 25. Juli, der »der Tag außerhalb der Zeit« ist [im Kalendersystem nach José Argüelles: 13 x 28 Tage ergibt 364 Tage, und der 365. ist der Übergangstag, der im 13-Monde-Kalender nach Argüelles der 25. Juli ist]. Seit vielen Jahren macht Dr. Emoto an diesem Tag immer eine Wasserzeremonie. Am 25. Juli 2011 führte er sie in Fukushima durch.
- Wasserforschung: Jede Forschung, die darauf hinweist, dass Wasser ein Gedächtnis hat und Information speichern kann (was zum Beispiel in der Homöopathie zur Anwendung gelangt), wird diskreditiert, wenn nicht sogar unterdrückt. Dies gilt auch für jene Forschungen, die zeigen, dass Motoren und Technologien, die bisher nur mit Gas oder Öl betrieben werden, durch wasserbetriebene Mechanismen ersetzt werden könnten.
- Hanf: Alle Politiker sprechen von der Wichtigkeit von nachhaltiger Entwicklung und erneuerbaren Energien, aber sie alle vermeiden das Thema der wichtigsten aller erneuerbaren Energien, des Hanfs. Hanf ist in Japan seit Jahrtausenden eine heilige Pflanze. Sie ist die am schnellsten nachwachsende Pflanze, kennt keine Schädlinge, liefert Nahrungsmittel und Rohstoffe für Textilien, Baumaterialien, Treibstoff und so weiter. Mit Hanf könnten viele globale Probleme sogleich gelöst werden, und dennoch ist der Hanfanbau weltweit stark eingeschränkt. Das Hanfverbot bewirkt aber nicht, dass kein Marihuana mehr konsumiert wird. Die Menschheit wird mit Drogen überschwemmt. Also muss das Hanfverbot andere Gründe haben, und es stellt sich die Frage, warum die Politiker dieses Thema vermeiden.
Schlusswort von Karin Tag
»Wir sind alle miteinander verwandt.« Die Bedeutung dieser Wahrheit durfte auch Karin Tag erleben. Sie schilderte, wie sie als westliche Frau mit dem schamanischen Weg in Kontakt kam und wie die indigenen Weisen, denen sie begegnete, auf sie reagierten. »Ich schämte mich ihnen gegenüber, denn ich bin eine Weiße, und wir alle wissen, was die Weißen ihren Völkern angetan haben. Aber sie sahen mich nicht als Weiße. Sie schauten in meine Augen und in mein Herz.« Über verschiedene Stationen wurde ihr immer klarer, wie wichtig eine Plattform für das Erbe und das Wissen der indigenen Völker ist und dass gerade auch wir Europäer hierin eine Aufgabe haben. Sie schilderte, welche Begebenheiten und Fügungen es brauchte, bis sie es wagte, als Frau und Weiße zum ersten Mal im Kreis von indigenen Vertretern eine Zeremonie zu leiten. Sie erwähnte auch, wie schwer es war, Menschen zu finden, die so positiv sind wie diejenigen, die nun die ersten Mitglieder des Council of World Elders sind: Menschen, denen es um gegenseitigen Respekt, um Heilung und Lösungen und um die gemeinsame Zukunft geht. »Wir spüren, dass wir hier am Anfang von etwas ganz Besonderem sind.«
Dies konnten alle Anwesenden bestätigen. Wir spürten die Besonderheit dieses Treffens und den großen Segen, der über diesem Kongress lag. Es gab kaum jemanden, der nicht in besonders intensiven Momenten den Tränen nahe war. Unter den Teilnehmenden herrschte eine familiäre Atmosphäre, und alle konnten eine bleibende Inspiration empfangen und mitnehmen. Karin Tags Bitte um Unterstützung – weil sie jetzt mit dieser Größe des Projekts an die Grenzen ihrer Kapazität als Einzelperson und Mutter von zwei jungen Kindern gestoßen ist – verhallt bestimmt nicht in der Leere. Neue Council-Mitglieder werden hinzukommen, ebenso weitere Helferinnen und Helfer und hoffentlich auch Sponsoren. Dieser erste Kongress war im Vorfeld nur von wenigen Zeitschriften angekündigt worden, der nächste Kongress vom 29./30. September 2012 wird bestimmt von vielen mehr aufgegriffen werden. Denn das heute notwendige globale Umdenken wird hervorgehen aus der Verbindung von ältestem Wissen und neuesten Erkenntnissen. Und diese Verbindung ist das Hauptanliegen des Council of World Elders.